Streicheln ist mehr als nur Zuneigung – es wirkt sich direkt auf das Wohlbefinden des Menschen aus. Das belegt jetzt eine neue Studie der Universität Innsbruck, bei der rund 400 Hunde- und Katzenhalter nach dem persönlichen Kontakt zu ihrem Haustier befragt wurden.
"Streicheln steht klar positiv mit dem Wohlbefinden von Frauchen und Herrchen in Zusammenhang", erklärt Neurowissenschaftlerin Annett Schirmer gegenüber "ORF Tirol". Auch wenn das Haustier aktiv Kontakt aufnimmt – etwa durch Anstupsen –, steige die Lebenszufriedenheit.
Im Schnitt kommen Haustierbesitzer laut Studie auf rund 42 Minuten Streichel-Kontakt mit ihrem Tier – pro Tag. Und je größer die berührte Fläche, desto stärker der positive Effekt. In einer ergänzenden internationalen Studie gaben sogar Menschen ohne Haustiere an, Berührungen mit Tieren durchwegs positiv zu empfinden – teils sogar noch stärker als den Kontakt mit Partnern.
Die Forscher ließen Probanden zeigen, wo sie ihr Tier berühren. Parallel dazu laufen Laborstudien, die zeigen: Nach einer Berührung eines Hundes reagieren Besitzer messbar entspannter – zum Beispiel bei Stresstests.
Aber einen Haken gibt es: "Wir können wissenschaftlich nichts über den konkreten Zusammenhang aussagen – dasselbe gilt übrigens auch für das Ergebnis, dass sich Hundebesitzer besser fühlen als Katzenbesitzer", stellt Schirmer klar. Auffällig sei aber: Menschen mit psychischen Belastungen streicheln ihre Tiere öfter und länger. Für die Forscher ein Hinweis auf intuitive Selbsthilfe.