Hinteregger: "Konnte mich über Siege nicht mehr freuen"

Martin Hinteregger
Martin HintereggerIMAGO
ÖFB-Teamspieler Martin Hinteregger beendet überraschend seine Profi-Karriere. In einer Videobotschaft erklärt der Verteidiger nun seine Beweggründe.

Europa-League-Sieger Martin Hinteregger hängt mit 29 Jahren seine Fußballschuhe an den Nagel. Sein Verein Eintracht Frankfurt teilt über die Sozialen Medien eine bewegenden Videobotschaft, in der der Kärntner über die Gründe seines Rücktritts spricht. 

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Bereits in der Hinrunde hat der ehemalige Salzburg-Spieler mit dem Gedanken gespielt seine Profi-Laufbahn zu beenden: "Als ich im Herbst einige Spiele nicht gespielt habe, bin ich morgens aufgestanden und habe gespürt, wie schön das Leben ist wenn man keinen Druck hat. Da haben die ersten Gedanken angefangen."

"Die Siege haben sich nicht mehr richtig angefühlt, dafür war eine Niederlage doppelt und dreifach so schlimm. Ich habe mich über einen Erfolg nicht mehr so extrem freuen können. Das hat mir selber leid getan". erklärt der Innenverteidiger.  

Im Laufe der Rückrunde festigte sich Hintereggers Beschluss: "In Barcelona, wo wir den größten Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert haben, bin ich in den Bus eingestiegen und habe mir gedacht, dass jetzt wirklich der Zeitpunkt ist, wo ich ein neues Leben beginne. Ab diesem Moment war mein Entschluss mit dem Europa-League-Sieg aufzuhören. Ich habe schon einige Wochen mit mir gekämpft. Mein Entschluss wurde allerdings immer mehr gefestigt. Wenn ich nach Hause gekommen bin, war ich nicht mehr ganz so glücklich, deshalb war für mich klar, dass es jetzt Zeit ist aufzuhören. Mit dem Höhepunkt Europa-League-Sieg war es das Beste was mir passieren hätte können." 

"Hab mit dem ganzen Scheiß nix zu tun!"

Zu seinem Polit-Skandal rund um einen rechten Regionalpolitiker meint er: "Habe erst nach meiner Rückkehr nach Frankfurt erfahren, dass das in Deutschland ein großes Thema ist. Das war mir in der Zeit in Österreich nicht so bewusst. In der Hinsicht muss ich mich entschuldigen, hätte mediale Beratung und Hilfe gebraucht. Ich habe das total unterschätzt."

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"Ich habe in Frankfurt mit vielen Leuten geredet, jeder weiß wie ich bin und mit dem ganzen Scheiß nix zu tun habe. Das möchte ich auch nochmal ausdrücklich klarstellen, ich habe Eintracht dreieinhalb Jahre gelebt. Nur dann kann man so werden, wie ich geworden bin. So wie Eintracht gegen die ganzen Rechten, Hetze und Diskriminierung ist habe ich mich angeschlossen. Ich habe die Eintracht mit allen ihren Werten gelebt", distanziert sich der 29-Jährige deutlich von den Vorwürfen. 

Wie geht's persönlich weiter?

Hinteregger wird sich eine persönliche Auszeit nehmen um seine Entscheidung zu verarbeiten. Außerdem möchte er die Zeit nutzen und einige Ausbildungen für sein großes Hobby der Hubschrauber-Fliegerei abschließen: "Hoffentlich kann ich dann den ein oder anderen Eintracht-Fan bei mir an Bord begrüßen."

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Botschaft an die Fans

In einer emotionalen Ansprache bedankt sich der ÖFB-Legionär für die vergangenen dreieinhalb Jahre in der Mainmetropole: "Ich erinnere mich noch genau an den Empfang im Stadion, als ich fix hier her gewechselt bin. Da krieg ich heute noch Gänsehaut. Was wir alles erlebt haben in dieser kurzen Zeit, nicht nur im Stadion, auch im Restaurant, in einer Bar, in einer Kneipe erlebt habe ist wirklich einzigartig. Ich muss wirklich ein riesen Dankeschön sagen an alle. Es war für mich eine große Ehre. Ihr habt mir alles gegeben wovon ich immer geträumt habe. Ich werde immer wieder in Frankfurt und sehr oft im Stadion sein und zu dem ein oder anderen Auswärtsspiel mitreisen. 

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