Auf beeindruckende Art und Weise krönte sich Marcel Hirscher zum Weltmeister in der Super-Kombination von Vail/Beaver Creek 2015. Der Salzburger arbeitete sich vom 30. Platz nach der Abfahrt bis ganz nach oben vor. Hirscher hielt nicht nur seinem eigenen Ehrgeiz stand, sondern auch der großen Erwartungshaltung der Fans.
Dabei hatte es in den Trainings gar nicht gut für den Dreifach-Weltmeister ausgesehen. Hirscher riss jeweils an die fünf Sekunden Rückstand auf. "Ich bin super stolz auf mich, denn die "Birds of Prey" ist eine der schwersten Abfahrten der Welt. Ich hab mich schon gefragt: Macht das alles Sinn?" Die Steigerung war auchgrund technischer Spielereien möglich: "Wir haben ein tolles Setup gefunden, mit dem ich zwei Sekunden schneller war. Wir haben einiges an Skiern und Schuh geändert."
Ein Riesenvorteil war die Startnummer eins im Slalom: "Mit Nummer 31 hätte ich das Rennen sicher nicht gewonnen. Aber man braucht auch Glück. Habe mir die Chance dank einer beherzten Fahrt in der Abfahrt erarbeitet und verdient." 'Startnummer eins im Slalom hatte Hirscher auch dem schwer gestürzten Ondrej Bank zu verdanken, der aus der Wertung genommen wurde: "Ich hoffe, dass er wieder zurückkommt. Er ist ein netter Mensch und ein guter Skifahrer."
Langes Warten
"Das Warten ist einfach nur verrückt. Du stehst im Ziel und fragst dich bei jedem Läufer: Wie gut fährt der Slalom? dUnd: Hat der Slalom trainiert? Bei Kjetil wusste ich, dass er gut Slalom fahren kann", beschrieb der 25-Jährige die knappe Stunde des bangen Wartens im Ziel. Trotz der enorm großen Erwartungshaltung der Fans an die Skination Nummer eins blieb Hirscher auch aufgrund der schon eingefahrenen WM-Erfolge der Teamkollegen gelassen.
"Jeder weiß, wie groß der Skisport in Österreich ist. Und manchmal ist der Druck auf meinen Schultern richtig groß. Bei dieser WM ist er vielleicht gar nicht so groß, denn Anna Fenninger und Hannes Reichelt hatten schon Gold für Österreich geholt. Aber unterm Strich hat jeder von mir eine Medaille erwartet, am besten in Gold. Dass ich das jetzt gleich im ersten Rennen geschafft habe, ist unglaublich. Ich fühle mich glücklich und frei."
Doch kein baldiges Karriereende?
Zuletzt ließ Marcel Hirscher damit aufhorchen, möglicherweise vor den Olympischen Spielen 2018 seine Karriere beenden zu wollen. "Solche Ansichten ändern sich", so der Dreifach-Weltmeister. "Nur ein Beispiel: Als ich 16 Jahre alt war, hätte ich nicht einmal zu träumen gewagt, dass ich einmal Weltmeister in der Kombination werde. Und jetzt bin ich es. Derzeit ist es mein Plan, dass ich bis 2019 fahre. Aber bis dahin kann noch sehr viel passieren."