Sport

Hirscher: "Ich hätte aber auch der Depp sein können"

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:44

Die Erleichterung im ÖSV-Lager nach dem zweiten Platz von Marcel Hirscher in der Super-Kombination von Kitzbühel war riesengroß. Auch dem 25-Jährigen war die Freude über 80 wichtige Punkte im Gesamt-Weltcup anzusehen. Wobei der Salzburger nach dem Rennen zugab, dass alles auch anders ausgehen hätte können. "Ich hätte auch der Depp sein können."

Die Erleichterung im ÖSV-Lager nach dem zweiten Platz von Marcel Hirscher in der Super-Kombination von Kitzbühel war riesengroß. Auch dem 25-Jährigen war die Freude über 80 wichtige Punkte im Gesamt-Weltcup anzusehen. Wobei der Salzburger nach dem Rennen zugab, dass alles auch anders ausgehen hätte können. "Ich hätte auch der Depp sein können."

Denn der Tag begann alles andere als optimal für den 25-Jährigen. Hirscher hatte extra für die Super-Kombination vor einer Woche auf der Hausberg-Kante Super-G trainiert. Die zügige Kurssetzung des Norwegers Tron Moger machte dem Salzburger dabei einen Strich durch die Rechnung. Mit beträchtlichem Rückstand ging Hirscher in den Slalom. Am Ende stand ein zweiter Platz. "Heute bin ich ein kleiner Held", jubelte der 25-Jährige.

"Es ist alles gut gegangen, also bin ich ein kleiner Held. Ich hätte aber auch ein großer Depp sein können - im Sinne von: Es hätte alles für die Fisch sein können", bilanzierte Hirscher erleichtert. Um wichtige Punkte im Gesamt-Weltcup einzufahren, setzte Hirscher alles auf eine Karte: "Ich habe brutal viel riskiert. So viel wie in den letzten fünf Jahren nicht." 

"Wollte die Startnummer zurückgeben"

Nach der Besichtigung des Super-G-Kurses hatte Hirscher sogar überlegt, gar nicht an den Start zu gehen: "Ich hab vor dem Super-G heute sehr oft darüber nachgedacht, dass ich die Startnummer zurückgebe." Mit dem Mut kam dann auch der Erfolg, davor hatte der Salzburger noch eine echte Schrecksekunde zu meistern. "Ich kann den Speed einfach nicht einschätzen. Ich hab einfach die falsche Linie genommen und hab dann fast beim Tor eingefädelt. Da hätte es mich fast zerrissen."

Mit der Startnummer drei im Super-G war Hirscher alles andere als glücklich: "Das ist keine Ausrede, das sind nur Fakten. Mir wäre natürlich eine höhere Startnummer lieber gewesen. Gerade ein unerfahrener Super-G-Läufer wie ich hätte mit jeder Fahrt eines Konkurrenten viel dazulernen können." 

Mayer fand sich selbst "scheiße"

Wesentlich unzufriedener mit seiner Leistung im Super-G war Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer. "Sechs Hundertstel sind immer bitter. Bei meinem Olympia-Sieg war ich sechs Hundertstel vorne, vielleicht kommt das wieder zurück", lachte der Kärntner im Ziel. Mit seiner eigenen Fahrt war Mayer nicht zufrieden: "Ich habe beim Tor davor noch nicht gewusst, wie ich das fahren soll. Im Endeffekt bin ich es ganz anders gefahren, als ich es im Kopf hatte. Es war ein bisschen ein Glücksritt." 

Mayer selbst glaubt, das Rennen in der Traverse verloren zu haben, gegen einen blitzschnellen Dominik Paris im Schlussabschnitt war aber nichts mehr zu machen: "Er wird ihn von der letzten Zwischenzeit bis ins Ziel wieder runtergetrieben haben. Er hat da ja schon einmal sehr viel Zeit rausgeholt und die Abfahrt gewonnen." 

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