Marcel Hirscher will auch im Olympiawinter zu den Schnellsten gehören und will deshalb noch härter zu sich selbst sein als bisher. Der 24-jährige Salzburger bewies am Mittwoch in seiner Heimat Annaberg-Lungötz vor Journalisten außerdem , dass er auch beim Wildwasser-Kajak und auf der Motocross-Maschine ein höllisches Tempo drauf hat.
Ski-Star Marcel Hirscher will auch im kommenden Olympia-Winter ganz vorne mitmischen. "Wenn ich wieder zu den Schnellsten gehöre, wäre die Saison ein Erfolg", sagte der zweifache Weltcup-Gesamtsieger und Doppelweltmeister beim Medientag in seiner Heimat Annaberg-Lungötz. Mit dem Wildwasser-Kajak und der Motocross-Maschine zeigte der 24-jährige Salzburger dabei, dass er nicht nur im Winter, sondern auch beim Sommertraining außergewöhnliche Wege geht.
"Kraftkammern gibt es überall. Hier hat alles begonnen, hier bin ich aufgewachsen", erklärte Hirscher, warum er die wunderschöne Natur des Lammertals nutzt, um Körper und Sinne "scharf" zu machen. Etwas, was der im Gebirge aufgewachsene Bewegungsfreak aus seiner Kindheit mitgenommen hat. "Ich habe auf Felsblöcken Gehen gelernt. Um Freunde zu sehen, musste ich 40 Kilometer mit dem Rad fahren", erinnerte Hirscher daran, dass ein guter Teil seiner Kraft und seiner Talente durch das Aufwachsen in der Natur gefördert wurden.
Hirscher sieht nach Augen-OP endlich das Gipfelkreuz
Und zum Teil auch sein außergewöhnliches Balancegefühl und seine Reaktionsfähigkeiten erklärt. Nach einer Augen-Operation fühlt sich Hirscher zudem als neuer Mensch. "Jetzt weiß ich, dass mein Hausberg auch ein Gipfelkreuz hat", scherzte der Atomic-Fahrer am Mittwoch vor internationalen Medienvertretern. Dem extra angereisten Vertreter des "De Telegraaf" stand Hirscher sogar auf "holländisch" Rede und Antwort. Mama Sylvia stammt aus Den Haag, die gesamte Familie Hirscher spricht ihre Sprache, Marcel wird in den dortigen Gazetten als "halber Holländer" gefeiert.
Hirscher ist von seiner "Wahnsinns-Saison" fast nahtlos ins Training für den kommenden Winter, dessen Höhepunkt die Olympischen Spiele in Sotschi sind, übergegangen. "Die Saison hat eigentlich nie aufgehört", so Hirscher. Spätestens mit seinen Goldmedaillen bei der Heim-WM in Schladming hat Hirscher seine Privatsphäre endgültig abgegeben. "Man muss lernen, mit einer Star-Rolle umzugehen", ist ihm längst bewusst, "dass ich diesbezüglich künftig auch ein bisschen härter zu mir selbst werden muss." Denn Termine, Ehrungen und die Verpflichtungen gegenüber Fans haben noch stärker zugenommen.
Hirscher trainiert auch mit Abfahrern
Hirscher wird heuer den Sommer "opfern", im August erstmals das einwöchige Training der ÖSV-Abfahrtsgruppe in Portillo (Chile) mitmachen und danach auch mit der Kombigruppe in Ushuaia in Argentinien trainieren. Bei Weltcup-Abfahrten wird man Hirscher deshalb trotzdem - noch - nicht sehen. "Es geht darum, auf den langen Skiern das Gefühl für das Gelände und Sprünge zu bekommen", erklärte Coach Michael Pircher, der das "ÖSV-Privatteam" rund um Hirscher leitet. Neben Pircher gehören dazu u.a. Servicemann Edi Unterberger, Alex Fröis als voraussichtlich neuer Physio sowie Medienbetreuer Stefan Illek. Einzig Vater Ferdinand Hirscher wird "privat" bezahlt.
APA/red