"Mir ist ordentlich der Reis gegangen, aber jetzt geht’s mir gut und ich bin wieder fit. So fit, wie man mit 70 halt ist", zwinkert Ferdinand Hirscher. Der Papa von Ski-Star Marcel musste am Ordensklinikum der Elisabethinen in Linz bereits zweimal unters Messer – das erste Mal vor neun Jahren, ein weiteres Mal 2024. In der "Krone" erzählt er nun, wie es ihm damals gegangen ist.
"Es war so arg, ich konnte nicht mehr schlafen. Ich habe im Bett richtig gezuckt, wenn ich das Vorhofflimmern gehabt habe. Es war beängstigend und äußerst unangenehm, und ich hatte das teilweise über Tage hinweg. Ich bin also nur auf drei Zylinder gelaufen. Wenn ich in der Früh die Stufen zur Skischule gegangen bin, habe ich gemerkt, dass ich keine Leistung habe", schildert Hirscher bei einem Besuch im Krankenhaus in Linz.
Nach einem Schlaganfall musste rasch gehandelt werden. 2016 unterzog sich Hirscher deshalb einer Ablation – einem Eingriff, bei dem gezielt Herzgewebe verödet wird, um fehlerhafte elektrische Signale zu unterbrechen. "Da ist mir ordentlich der Reis gegangen, aber es war absolut notwendig", sagt er rückblickend.
Beim Schlaganfall hatte der Salzburger Glück im Unglück: "Ich hatte nur eine Sichtfeldeinschränkung und sonst keinen Schaden davongetragen, ich bin mit einem Streifschuss davongekommen", ist sich Ferdinand der Brisanz bewusst. Acht Jahre hielt die erste Ablation, im vergangenen Jahr musste der Eingriff wiederholt werden. "Das ist nicht ungewöhnlich. Es kann sein, dass man nacharbeiten muss, weil es nicht auf Dauer hält, aber wir waren mit dem Ergebnis bei Herrn Hirscher sehr zufrieden", erklärt Michael Girschikofsky, Ärztlicher Direktor des Ordensklinikums Linz Elisabethinen. Die Bilanz sei positiv: "Die erste Ablation brachte acht gute Jahre. Und auch die zweite war erfolgreich."
Operiert wurde Hirscher von Professor Helmut Pürerfellner, einem international renommierten Spezialisten für Ablationen. Der Kontakt zu der Koryphäe kam über Hans Pum zustande, der Eingriff wurde bei den Elisabethinen durchgeführt – jenem Krankenhaus, das heuer mit 1000 Ablationen einen Meilenstein setzt und in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen, vor allem Vorhofflimmern, eine führende Rolle einnimmt. Für Ferdinand Hirscher heißt das vor allem eines: Aufatmen. "Ich bin wieder leistungsfähig, es geht mir ziemlich gut und ich stehe jeden Tag auf der Piste", lacht er. "Spätestens, wenn ich die Schneeschaufel in der Hand habe, merke ich das."
Auch Sohn Marcel konnte nach den Sorgen um seinen Vater wieder durchatmen. Er besuchte seinen Papa nach den Eingriffen in Linz, brachte Autogrammkarten für Ärzte und Belegschaft mit. Und wie geht’s dem Ski-Rückkehrer selbst? "Er ist im Training und voll fokussiert", sagt Ferdinand Hirscher stolz.