Felix Neureuther war der Erzrivale von Marcel Hirscher in seiner ÖSV-Blütezeit, trotzdem schätzten die rot-weiß-roten Skifans den Deutschen und jubelten ihm zu.
Im Jänner 2023 musste der Gewinner von 15 Weltcuprennen einen privaten Rückschlag verkraften. Seine geliebte Mutter Rosi Mittermaier, als Aktive selbst Doppel-Olympiasiegerin 1976 in Innsbruck, starb an Krebs.
Im Video-Podcast "Die Gruaberin" auf ServusTV teilt die Ski-Ikone jetzt seine berührenden Erinnerungen an seine Mutter – und verrät auch ihre letzten Worte: "Es ist okay, wenn ich jetzt gehe. Ich weiß, meiner Familie gehts gut, ihr seid gesund. Dann ist es auch in Ordnung."
Es sind Worte, die er bis heute im Herzen trägt. "Die Zeit als Geschenk zu haben für sein Umfeld, das ist das größte Geschenk. Das sind nicht materielle Dinge", erzählt Neureuther und rührt im Gespräch Monica Gruber zu Tränen. "Es ist die Zeit, die du mit Menschen verbringen kannst."
Neureuther erzählt, dass er in seiner Kindheit vor der Wahl Skifahrer oder Fußballer gestanden war. "Ich war gar nicht so schlecht als Bua als Fußballer. Ich war 13 und war damals in der Auswahlmannschaft im Fußball." Auch mit dabei: Bastian Schweinsteiger. "Basti war eine Vollgranate, so viel besser als alle anderen."
Neureuthers Mutter schaute beim Training bewusst nicht zu, sondern ging spazieren. "Meine Mama wollte, dass ich eine normale Kindheit habe. Dass es nicht heißt, das ist der Sohn von der Gold-Rosi."
Bei der Heimfahrt im Auto hat sich Neureuther für das Skifahren entschieden. "Mama, ich glaube, ich mag Skifahrer werden", habe ich gesagt. "In den Bergen fühle ich mich wohl, da ist Ruhe, da schreien nicht so viele Elternteile rein wie im Fußball."
Neureuther weiter: "Meine Eltern haben nie Druck ausgeübt. Wir versuchen das heute auch, Spaß und Freude am Leben zu vermitteln. Mehr können wir nicht machen. Die Kinder sollen eine Gaudi haben auf der Welt. Sie sollen mit positiven Dingen beeinflusst werden."
Vom Skifahren ist Neureuther heute noch immer überzeugt: "Du hast Gemeinschafts-Momente als Familie, das Handy ist weit weg und der Einkehrschwung ist auch wichtig."