Ein 16. Platz, der sich wie ein Sieg anfühlt. Die Schweizerin Danioth landete zuletzt im Slalom von Copper Mountain im Feld der Top-Slalomläuferinnen, holte ihr bestes Weltcup-Ergebnis seit rund drei Jahren. Nachdem die 27-Jährige schwere Verletzungen überwunden hatte.
In der gesamten letzten Saison hatte Danioth nur eine Platzierung in den Punkterängen. Zuletzt ein ähnlich gutes Ergebnis holte die nun 27-Jährige im Jänner 2023 in Flachau – vor beinahe drei Jahren – mit einem 13. Platz. Und der letzte Top-Ten-Rang liegt gar knapp fünf Jahre zurück, stammt aus dem Jänner 2025 – damals Rang acht. Da war Danioth auch eine vielversprechende Schweizer Technikerin. Die seither von schweren Verletzungen zurückgeworfen wurde.
Im Juni 2023 hatte sich Danioth ihr Kreuzband im rechten Knie mit einem Teil der Patellasehne wiederherstellen lassen. Allein dieses Knie ist fünfmal operiert worden. Insgesamt hat sich die Schweizerin schon viermal das Kreuzband gerissen, sieben OPs waren die Folge. Hinzu kommt ein Bandscheibenvorfall.
"Das ist eine große Genugtuung für die Arbeit der letzten zweieinhalb Jahre", strahlte Danioth nun im "Blick" über die am Sonntag eingefahrenen ersten Weltcuppunkte der Saison, über einen Fingerzeig, dass sich harte Arbeit lohnt, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Umso mehr, weil die Verhältnisse in Copper Mountain alles andere als prächtig waren: Flaches Licht, eine in Mitleidenschaft gezogene Piste – eigentlich Gift für Läuferinnen, die nach einer schweren Verletzung noch das Selbstvertrauen suchen. Danioth bestand diese Prüfung beeindruckend.
Doch Sorge, sich erneut verletzen zu können, hat die 27-Jährige ohnehin nicht, wie sie erzählte: "An 90 Prozent der Tage denke ich gar nicht daran." Dass ihr rechtes Knie eine volle Bewegungsfähigkeit hat, können Physiotherapeuten kaum glauben, erzählte Danioth: "Ich habe sogar mehr Kraft im Bein als früher."
Nun geht es für die Schweizerin im Europacup weiter, bevor der nächste Weltcup-Slalom am 16. Dezember in Courchevel auf dem Programm steht. "Slalom ist nicht nur Psychosport, sondern auch Fleißarbeit", so Danioth.