Mit einer fulminanten Fahrt im zweiten Durchgang sicherte sich Marcel Hirscher erstmals den Sieg im Weltcup-Slalom in Kitzbühel. Platz zwei ging an Felix Neureuther (GER) vor Ivica Kostelic (CRO).
Er kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus, als er auf der obersten Stufe des Siegespodests stand und die Bundeshymne gespielt wurde. Für Marcel Hirscher ging mit dem Sieg am Ganslernhang ein Traum in Erfüllung: "Jeder große Slalomfahrer will einmal hier gewinnen." Für seinen ersten Triumph in Kitzbühel musste der Salzburger alles riskieren.
Nach dem ersten Durchgang lag er nur auf Platz drei hinter den Italienern Stefano Gross und Giuliano Razzoli. Es ging verdammt eng zu - die schnellsten 15 Fahrer lagen innerhalb von 0,98 Sekunden. Was der 23-Jährige dann trotz des Drucks im Heimrennen im zweiten Lauf in den Schnee zauberte, war atemberaubend. Mit souveräner Laufbestzeit verdrängte er Neureuther mit 0,77 Sekunden Vorsprung von der Spitze. Das Tempo konnten auch die beiden Italiener nicht mehr mitgehen, somit war der Sieg perfekt.
Starker Fünfter wurde Benjamin Raich. Im ersten Lauf schaffte er es gerade noch in die Top-30. Im zweiten Durchgang gelang dem Pitztaler ein Traumlauf, der auf Platz fünf endete. "Schön zu wissen, dass ich mit steigendem Druck solche Leistungen bringen kann", freute sich Raich. Mit Manfred Pranger (9.) schaffte es auch ein weiterer Österreicher in die Top-Ten.
Letzter Kombi-Sieg an Kostelic
Den Sieg in der letzten klassischen Kombination (im kommenden Jahr wird diese durch eine Super-Kombi ersetzt) holte sich Kostelic. Wie sportlich unbedeutend dieser Bewerb mittlerweile ist, zeigt, dass nur zehn Fahrer in Wertung gekommen sind. Kein Wunder, dass das IOC schon länger überlegt, den Bewerb aus dem olympischen Programm zu streichen.
Auch beim Slalom herrschter großer Promi-Rummel. Selbst nicht nehmen, Hirscher auf die Ski zu schauen.
Zehntausende Besucher
80.000 Zuschauer haben in diesem Jahr Hahnenkamm-Rennenbesucht. 17.000 kamen zum Super-G, 42.000 zur Abfahrt und 21.000 zum abschließenden Slalom. Der aus dem Jahr 1999 stammende Rekord von 100.000 Zuschauern gilt wegen der Sicherheits-Beschränkungen und des Komfort-Angebotes als derzeit nicht mehr erreichbar.
Endstand beim Weltcup-Slalom in Kitzbühel:
1. Marcel Hirscher (AUT) 1:44,34 Min.
2. Felix Neureuther (GER) +0,77 Sek.
3. Ivica Kostelic (CRO) +0,93
4. Giuliano Razzoli (ITA) +1,01
5. Benjamin Raich (AUT) +1,29
6. Patrick Thaler (ITA) +1,42
7. Fritz Dopfer (GER) +1,46
8. Andre Myhrer (SWE) +1,57
9. Manfred Pranger (AUT) +1,58
10. Jens Byggmark (SWE) +1,61
Endstand in der Kombination:
1. Ivica Kostelic (CRO) 3:45,80 Min.
2. Alexis Pinturault (FRA) +1,26 Sek.
3. Thomas Mermillod Blondin (FRA) +2,56
4. Romed Baumann (AUT) +5,53
5. Aksel Lund Svindal (NOR) +5,75
6. Kjetil Jansrud (NOR) +5,83
7. Matthias Mayer (AUT) +8,54
8. Andreas Romar (FIN) +8,94
9. Maciej Bydlinski (POL) +10,19
10. Carlo Janka (SUI) +11,43