In der Nacht auf Samstag ging das historische Kehlsteinhaus – welches auch als Teehaus von NS-Diktator Adolf Hitler bezeichnet wird – bei Berchtesgaden in Flammen auf. Es entstand ein Schaden, der laut dem Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden Millionen betragen könnte.
Es wird vermutet, dass ein 33-jähriger Deutscher für das Feuer verantwortlich ist. Der Mann sei den Einsatzkräften in der Brandnacht auf der Kehlsteinstraße mit einem Motorrad entgegengekommen. Zudem soll er versucht haben, zu flüchten. Der Biker soll einer psychischen Erkrankung leiden und wurde gefasst.
Nun wurden neue Details zu dem 33-Jährigen bekannt. Wie die "Bild" berichtet, sollen Ermittler in der Wohnung des Verdächtigen Antifa-Material gefunden haben. Laut Oberstaatsanwalt Rainer Vietze müssten die sichergestellten Beweismittel nun ausgewertet werden. Ein politisches Motiv werde geprüft.
Der Beschuldigte soll in Berchtesgaden aufgewachsen sein und habe in Berlin gelebt. Seit den letzten Monaten sei er jedoch in der Ferienwohnung seiner Mutter in Berchtesgaden gewesen. Von dort aus habe er einen Blick auf das Kehlsteinhaus gehabt.
Gegenüber der deutschen Tageszeitung bestätigte der Oberstaatsanwalt, dass sich der 33-Jährige wenige Tage vor der mutmaßlichen Brandstiftung selbst bei der Polizei angezeigt habe – für ein Verbechen, das über zehn Jahre zurückliegt.
Am 6. Dezember 2013 soll er einem Mann im Zuge des Buttnmandllaufes – ein Adventbrauch aus dem Berchtesgadener Land – eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen haben. Das Opfer erlitt dadurch schwer am rechten Auge verletzt. In dem Fall konnte damals kein Tatverdächtiger ermittelt werden.
Mitte Oktober 2026 habe der 33-Jährige dann bei der Polizei ausgepackt. Der Vorfall von damals hätte ihn psychisch belastet. Juristische Folgen wird es für den Deutschen diesbezüglich wohl nicht geben. Die Verjährungsfrist für schwere Körperverletzung beträgt in Deutschland nämlich zehn Jahre.