"Näher kommt man an Adolf Hitler nicht heran." Mit diesen Worten kommentierte der Besitzer eines Auktionshauses im amerikanischen Maryland die erfolgreiche Versteigerung eines Paars Unterhosen des deutschen Diktators für 6.737 Dollar inklusive Verkäuferzuschlag. Laut Alexander Historical Auctions in Chesapeake Bay erreichten die Baumwoll-Shorts einen "Hammer-Preis" von 5.500 Dollar. Dieser Erlös war fast halb so groß wie die 13.000 Dollar, die ein Käufer für eine signierte Ausgabe von Hitlers Buch "Mein Kampf" hinlegte.
Die Versteigerung historischer Memorabilien fand am 15. September statt und erlangte internationale Beachtung nach einem Bericht im "New Zealand Herald" am Wochenende. Über den Verkauf der Unterhosen sagte der Auktionshausbesitzer Bill Panagopulos zur Zeitung: "Gewöhnlich kaufen die Leute entweder furchterregende Hitler-Erinnerungsstücke oder solche wie diese, die ihn als Hanswurst darstellen. Um das Monster zu verkleinern, lässt man die Menschen über ihn lachen."
"Erstaunlich groß"
Laut Beschreibung sind die Baumwoll-Boxershorts mit einer Länge von 47,5 Zentimetern und einer Bundweite von 39 Zoll (97,5 Zentimeter) "erstaunlich groß". Sie sind gestreift und tragen eingenäht das Monogramm "A.H.". Am Hosenschlitz haben sie einen Knopf, und der Bund ist verstellbar. An beiden Seiten sind Laschen angenäht, wohl zu ihrer Befestigung an den Hosen. Die Beschreibung bezieht sich auf Hitlers Diener Karl Wilhelm Krause, der Hitler als schlecht angezogenen Mann mit einer Vorliebe für lose Kleidung bezeichnet habe.
Ein notariell beglaubigter Brief erklärt die Herkunft der Unterhosen. Danach übernachtete Hitler vom 3. zum 4. April 1938 – eine Woche vor dem "Anschluss" Österreichs – im Parkhotel Graz. Die Unterhosen gehörten zu einer Anzahl von Gegenständen, die der Reichskanzler in seiner Suite zurückließ. Das Hotel wusch sie und wartete erfolglos darauf, dass Hitler sie zurückfordern würde. So blieben sie in Familienbesitz, bis der Enkel des damaligen Hotelbesitzers sie nun dem Auktionshaus zur Versteigerung überließ.
Rahmen und aufhängen
"Wir erhielten sie in Seidenpapier gewickelt in einer Schachtel", sagt Panagopulos. "Sie sind so sauber, als kämen sie direkt aus der Reinigung." Laut dem Auktionshaus wurden die Unterhosen von einer anonymen Privatperson ersteigert. Wahrscheinlich werde sie der neue Besitzer rahmen und an die Wand hängen. "Über dieses Relikt wird man in dem Haus sicher am meisten reden."
Neben den Boxershorts und der Ausgabe von "Mein Kampf" wurden in der Auktion laut "International Business Times" noch andere Hitler-Memorabilia versteigert. Darunter waren sein Cocktailglas (Hammer-Preis: 750 Dollar), sein Taschentuch (1.400 Dollar) und seine silberne Hummergabel (1.200 Dollar). (red)