Die Klimakrise trifft Europa (und damit Österreich) immer härter - mit direkten Folgen für die Gesundheit. Laut dem aktuellen "Lancet Countdown Europe Report 2026" ist die Zahl der Hitzetoten in 99,6 Prozent der untersuchten europäischen Regionen gestiegen.
Besonders drastisch fällt der Anstieg in Südeuropa aus: In Teilen Spaniens, Italiens, Griechenlands und Bulgariens kommen inzwischen mehr als 120 zusätzliche Todesfälle pro Million Einwohner dazu. Im Schnitt sind es europaweit 52 mehr als noch in den 1990er-Jahren.
Alarmierend sind auch die Zahlen für Österreich. Hierzulande stiegen die Zahlen vor allem im Osten des Landes. Besonders betroffen sind Wein- und Industrieviertel (Bezirke Mistelbach und Baden) sowie Nord- und Südburgenland (bis zu 59 Todesfälle mehr pro Million Einwohner). In Wien liegt der Wert bei einem Plus von bis 49 Toten.
Rekordhalter ist hierzulande das Mittelburgenland (Bezirk Oberpullendorf) mit einem Plus von bis zu 69 Todesfällen durch Hitze.
Vergleichsweise moderat ist der Anstieg in Westösterreich. Am wenigsten Hitzetote gibt es im Tiroler Bezirk Imst (Zuwachs bis zu 9 Tote) sowie in Vorarlberg und im Salzburger Pinzgau (bis zu 19 Hitzetote mehr). Steiermark, Kärnten und Oberösterreich liegen im oberen Mittelfeld (bis zu 39 Tote mehr).
Für Studienleiter Joacim Rocklöv ist klar: "Der durch fossile Brennstoffe angetriebene Klimawandel wird für immer mehr Menschen in Europa zur wachsenden Bedrohung." Gleichzeitig häufen sich extreme Hitzetage: Die Zahl der Tage mit Gesundheitswarnungen ist seit den 1990ern um satte 318 Prozent gestiegen - in Westeuropa sogar um 450 Prozent.
Auch Allergiker spüren die Folgen deutlich: Die Pollensaison beginnt inzwischen um ein bis zwei Wochen früher. Damit leiden Betroffene länger unter Heuschnupfen.
Zusätzlich steigt das Risiko für tropische Krankheiten. Der Grund: Stechmücken breiten sich weiter aus und übertragen gefährliche Viren. Das Risiko für Dengue-Fieber ist laut Studie um 297 Prozent gestiegen. Auch Krankheiten wie Malaria oder das West-Nil-Fieber könnten häufiger werden.
Ein kleiner Lichtblick der Studie: Der Anteil erneuerbarer Energie ist gestiegen und lag 2023 bei 21,5 Prozent. Dennoch fließen weiterhin enorme Summen in fossile Energien - allein 2023 waren es 444 Milliarden Euro an Subventionen.
Zudem sehen die Forscher auch bei erneuerbarer Energie Probleme. So stammt ein großer Teil aus Biomasse wie Holz. Deren Verbrennung setzt jedoch Feinstaub frei - mit tödlichen Folgen: Die dadurch verursachten Todesfälle sind seit 2000 gestiegen.
Die Experten warnen eindringlich: Ohne konsequente Maßnahmen und langfristige Finanzierung drohen die Gesundheitsfolgen weiter zu eskalieren. "Die Entscheidungen von heute bestimmen, wie sicher Europa morgen ist", so die klare Botschaft der Studienautoren.