Das Weinviertel gilt seit Jahrzehnten als "Texas von Österreich". Mehr als 4.000 Bohrlöcher für Erdöl und Erdgas wurden dort im Laufe der Jahre gesetzt - viele davon stehen aber vor dem Aus. Die Förderung sinkt, zahlreiche Anlagen werden nicht mehr gebraucht.
Genau hier setzt das neue Energie-Projekt Transgeo an. Dabei wird untersucht, wie sich alte Bohrlöcher umweltfreundlich weiterverwenden lassen. Die Idee: statt Öl künftig kostbare Wärme aus Tausenden Metern Tiefe holen.
Laut GeoSphere Austria könnten rund 100 dieser Bohrlöcher nach ihrem Produktionsende für Geothermie genutzt werden. "Je nach Standort und Tiefe variiert die Wärmeleistung", erklärt Geologin Monika Hölzel. Ziel ist es, die bestehendede Infrastruktur umzubauen, statt neue, teure Bohrungen vorzunehmen.
Die Möglichkeiten auf den österreichischen "Ölfeldern" sind vielfältig: Die alten Schächte könnten als Wärmetauscher dienen, Energie speichern oder heißes Wasser für Heizungen liefern. Auch Stromerzeugung durch Geothermie ist denkbar.
Ein großer Vorteil liegt auf der Hand: Die Bohrungen existieren bereits. Während neue Tiefenbohrungen Millionen kosten, liegen die Umbaukosten laut Expertin bei bis zu 500.000 Euro. Allerdings: Die Bohrlöcher müssen groß genug und in gutem Zustand sein.
Dass das Thema an Bedeutung gewinnt, zeigt auch der internationale Rahmen. Im Projekt Transgeo arbeiteten fünf Länder zusammen, um ehemalige Öl- und Gasregionen auf ihr Geothermie-Potenzial zu prüfen. Parallel dazu wächst der Druck, auf erneuerbare Energien umzusteigen.
Politisch ist das Interesse vorhanden. Bei einem Treffen mit EU-Abgeordneter Anna Stürgkh (NEOS) wurden zuletzt rechtliche und wirtschaftliche Fragen diskutiert.