Rechtliche Anpassungen

Grüner Druck: Geothermie soll schneller kommen

Die Grünen fordern mehr Tempo bei der Erschließung von Erdwärme: Neue Regeln sollen klimafreundliches Heizen endlich erleichtern.
Newsdesk Heute
08.04.2026, 20:54
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Klimafreundliche Wärme aus der Tiefe bleibt in Österreich weiter unter ihren Möglichkeiten. Laut dem Energiesprecher der Grünen, Lukas Hammer, bremsen rechtliche Hürden den Ausbau der Geothermie massiv aus.

"Nach wie vor erschweren rechtliche Hürden in Österreich, klimafreundliche Wärme aus der Tiefe zu gewinnen", sagt Hammer. Die Folgen seien spürbar: Österreich bleibe abhängig von teuren Öl- und Gasimporten. "Die Menschen leiden unter steigenden Preisen und die heimischen Betriebe geraten unter Druck."

Zwar habe sich die Regierung im Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) Ausbauziele für Geothermie gesetzt, doch das allein reiche nicht. "Es braucht auch die notwendigen rechtlichen Anpassungen, damit Österreich die vorhandene Erdwärme auch endlich nutzt", so Hammer.

Jetzt kommt Bewegung in die Sache: Ein von den Grünen initiierter Antrag wurde im Wirtschaftsausschuss einstimmig beschlossen. Damit sollen die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, um Geothermie-Projekte künftig leichter umzusetzen.

"Unnötig Zeit verspielt"

Kritik gibt es dennoch: "Leider hat die Regierung unnötig viel Zeit verspielt." Ein ähnlicher Vorstoß der Grünen sei bereits Ende 2025 abgelehnt worden. Erst durch den neuerlichen Anlauf sei nun eine Einigung gelungen.

Der Ball liege jetzt bei der Regierung. Sie müsse einen konkreten Gesetzesentwurf vorlegen. Für Hammer ist klar: "Bei der Umsetzung braucht es mehr Tempo, damit die Wärmewende gelingt und die Heizkosten der Menschen dauerhaft sinken."

"Energie für hunderttausende Haushalte"

"Tief unter unserer Erde liegt ein riesiger Schatz, der erneuerbare Energie für hunderttausende Haushalte in ganz Österreich bereitstellen kann", erklärt auch SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll.

Die tiefe Geothermie ist eine der wenigen erneuerbaren Energiequellen, die grundlastfähig, wetterunabhängig und regional verfügbar ist. Dieses enorme Potenzial wird in Österreich bislang viel zu wenig genutzt. Schätzungen zufolge liegt das technisch nutzbare Potenzial bei rund 700 bis 1.000 MW thermischer Leistung, während aktuell lediglich etwa 10 bis 15 Prozent erschlossen sind. Besonders im Wiener Becken sowie in weiteren geologisch geeigneten Regionen bestehen erhebliche ungenutzte Ressourcen.

Mit dem Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, die im Regierungsprogramm sowie in der Industriestrategie vorgesehenen gesetzlichen Anpassungen entschlossen voranzutreiben. "Die Geothermie bietet eine große Chance für leistbare, heimische und nachhaltige Energieversorgung in Österreich. Wir wollen sie nutzen und legen heute den Grundstein dafür", so Schroll abschließend.

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