Die Welt kann zumindest kurz durchatmen. Nur knapp vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump haben sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt. Trump verkündete am Dienstagabend eine "beidseitige Waffenruhe".
Teil des Deals: Der Iran öffnet die strategisch extrem wichtige Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr. Durch die Meerenge laufen rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gastransporte. Außenminister Abbas Araghtschi stellte klar: Die sichere Durchfahrt gilt nur, solange die Angriffe auf den Iran stoppen.
Die Einigung kam in letzter Minute. Trump hatte zuvor mit massiven Angriffen auf Infrastruktur gedroht – und sogar mit der "Auslöschung einer ganzen Zivilisation". Worte, die weltweit für Entsetzen sorgten.
Auch in Österreich meldete sich Leonore Gewessler zu Wort. Die frühere Klimaschutzministerin und Grünen-Chefin zeigte sich auf X tief betroffen: "Die Geschehnisse der vergangenen Stunden lassen viele Menschen zurecht fassungslos zurück." Trumps Drohungen seien beispiellos, so Gewessler. "Ich habe so etwas noch nie erlebt und verstehe alle, denen die Lage der Welt Angst macht."
Gleichzeitig zeigt sie sich erleichtert über die vorläufige Entspannung: "Auch wenn viele Fragen offen bleiben, ist diese Waffenpause gut." Sie hofft nun auf echte Verhandlungen und eine Chance auf Stabilität.
"Am meisten verdient hätten sich das die Menschen in der Region, die vom Regime im Iran unterdrückt und bedroht wurden und nun von außen zum Spielball gemacht werden. Sie sind die Opfer dieses Kriegs."
Gewessler richtet auch einen Appell an Europa: Der Kontinent müsse unabhängiger werden – vor allem bei Energie. Heimische, grüne Kraftwerke und wirtschaftliche Stärke seien entscheidend, um in einer unsicheren Welt bestehen zu können.
"In einer Welt, in der manche meinen, dass für sie keine Regeln gelten, können wir nur gemeinsam bestehen. Wo andere spalten, glauben wir an die Hoffnung. Das gelingt nur, wenn wir auch auf eigenen, starken Beinen stehen. Beenden wir unsere Abhängigkeit von Energieimporten. Bauen wir heimische grüne Kraftwerke. Sichern wir wirtschaftliche Stärke und Arbeitsplätze auf unserem Kontinent."
Am Freitag sollen Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad starten. Ob die Waffenruhe hält, ist offen.