Unter dem Leitmotiv "Deeskalation durch Vermittlung" ist Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) zu einer mehrtägigen Reise nach Saudi-Arabien aufgebrochen. Ziel des Besuchs ist es, politische Gespräche zu führen, Beziehungen zu vertiefen und gleichzeitig auch sensible Themen anzusprechen.
Im Zentrum der Reise steht ein Treffen mit ihrem Amtskollegen Faisal bin Farhan Al Saud. Darüber hinaus sind Gespräche mit hochrangigen Vertretern der Region geplant, darunter Jassim Mohammed Al-Budaiwi sowie Wirtschaftsminister Faisal F. Alibrahim. Damit setzt die Außenministerin sowohl auf politische als auch wirtschaftliche Dialoge.
Die Reise steht im Zeichen diplomatischer Annäherung und Vermittlung in einer geopolitisch angespannten Region. Österreich verfolgt dabei traditionell einen Ansatz, der auf Dialog, Kooperation und Ausgleich setzt. Gerade im Nahen Osten will Wien als Brückenbauer auftreten und Gesprächskanäle offenhalten.
Neben politischen Fragen dürfte auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit eine Rolle spielen. Saudi-Arabien gilt als wichtiger Partner in der Region, insbesondere im Hinblick auf Energie, Investitionen und wirtschaftliche Reformprojekte.
Im Vorfeld des Besuchs meldete sich die Amnesty International Österreich mit deutlicher Kritik zu Wort. Die Organisation fordert, dass die Außenministerin die angespannte Menschenrechtslage im Land offen anspricht.
"Es darf nicht vergessen werden, dass die saudi-arabische Regierung immer wieder zu autoritären Praktiken greift, wie etwa der Inhaftierung von Menschenrechtsverteidiger*innen", erklärte Geschäftsführerin Shoura Hashemi. Besonders hervorgehoben wird der Fall von Manahel al-Otaibi.
Die Fitness-Trainerin wurde im November 2022 festgenommen, nachdem sie sich in sozialen Medien für Frauenrechte eingesetzt und Fotos ohne Abaya veröffentlicht hatte. Anfang 2024 wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt, ehe die Strafe im vorigen August nach internationalem Druck auf fünf Jahre reduziert wurde. Amnesty fordert weiterhin ihre sofortige Freilassung und verweist auf Berichte über Misshandlungen sowie mangelnde medizinische Versorgung in Haft.