FPÖ-Chef über "Schicksalswahl"

Kickl knallhart: "Wir werden Regierung anführen"

70 Jahre FPÖ: Zu diesem Jubiläum lief am Sonntag eine ORF-"ZiB History". Darin sprach Herbert Kickl Klartext über die kommende "Schicksalswahl".
Heute Politik
07.04.2026, 14:08
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Normalerweise ist Herbert Kickl mit Interviews eher sparsam. Zum 70. Geburtstag der Freiheitlichen Partei machte er für die "ZiB History" des ORF eine rund 40 Minuten lange Ausnahme. Und ließ dabei mit durchaus spannenden Aussagen aufhorchen.

Kickl zum großen Ziel der FPÖ

"Ich hoffe, dass die FPÖ auf Bundesebene das große Ziel verwirklichen kann, eine Regierung anzuführen. Und zwar mit deutlicher Mehrheit. Und ich glaube, dass wir nur mehr eine Wahl davon entfernt sind, dass wir deutlich die stärkste Partei sind und eine Regierung anführen", prophezeite der FPÖ-Chef im Interview mit Margit Laufer.

"Systemwechsel hin zum Dienen gegenüber der eigenen Bevölkerung"

Und dann hätten die Freiheitlichen "den ganz großen Ehrgeiz, zu beweisen, dass dieser Systemwechsel, von dem wir immer sprechen, von Erfolg getragen sein wird". Dieser Systemwechsel bedeute "eine Politik weg von einem oben herab, von einem Drüberfahren über die Bürger, hin zu einem Dienen gegenüber der eigenen Bevölkerung und einem Ernstnehmen der Bedürfnisse, Sorgen und Nöte".

Absolute für die FPÖ? "Ein paar Prozent können schon noch gehen"

Ob mit dieser "Mehrheit" auch die "absolute Mehrheit" für die FPÖ gemeint sei, fragte Laufer. "Es hat schon Phasen gegeben in Österreich, wo Parteien eine absolute Mehrheit gehabt haben", so Kickl darauf. "Ich weiß, dass viele den Kopf schütteln werden, wenn die FPÖ sowas in den Mund nimmt. Aber das sind dann die gleichen, die gesagt haben, mit mir als Parteiobmann werden wir in Richtung zehn Prozent und nicht in Richtung zwanzig gehen. Und die gleichen, die gesagt haben, mit mir als Parteichef wird es die Partei innerlich zerreißen."

Blaue führen Umfragen überlegen an

Die FPÖ liege jetzt in Umfragen bei 35 bis 38 Prozent, so der Parteichef weiter. Da sei die Dynamik eines Wahlkampfes noch gar nicht eingepreist. Kickl: "Ein paar Prozent können da schon noch gehen."

Wahlkampf FPÖ gegen "Einheitspartei"

Und der FPÖ-Chef weiter: "Es verdichtet sich ja mehr und mehr, dass wir eine Wahlauseinandersetzung haben werden zwischen der FPÖ auf Seiten der Bevölkerung und einer Einheitspartei. So gesehen wird es eine große Richtungswahl, eine Schicksalswahl für Österreich werden."

Kickl sieht wegen Regierung Demokratie in Gefahr

Scharfe Kritik übte er an der amtierenden Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und Neos. "Die leidet ganz massiv darunter, dass es keine Verbindung mehr zur Bevölkerung gibt. Dass sich die Menschen fragen: Wofür haben wir die eigentlich?" Das sei eine Abkoppelung der politischen Führung von den Wählern", attestierte Kickl. "Und das ist für die Demokratie eine gefährliche Entwicklung."

Parallelen zu Jörg Haider

Kickl zog auch Parallelen zu Jörg Haider, einem seiner Vorgänger an der Parteispitze und auch ein Mentor des jetzigen Parteichefs: "Jörg Haider hat etwas gemacht, was vorher in der FPÖ nicht vorhanden war. Er hat einen Machtanspruch gestellt. Weil Macht bedeutet die Möglichkeit der Veränderung."

"Mentalität einer offensiven FPÖ"

"Haider hat gesagt, ich will Landeshauptmann von Kärnten werden. Es ist ihm gelungen. Und diese Mentalität einer offensiven FPÖ, die dieses Land verändert von der Spitze aus, das haben wir natürlich von ihm übernommen."

{title && {title} } pol, {title && {title} } Akt. 07.04.2026, 14:11, 07.04.2026, 14:08
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