Die Lage ist ernst für die Stadtroten: Laut aktueller Umfrage kommt die SPÖ in Graz nur noch auf acht Prozent – weniger als beim ohnehin schwachen Ergebnis 2021. Spitzenkandidatin Doris Kampus steht damit massiv unter Druck, den Absturz zu stoppen. Jetzt greift die Partei zu einem auffälligen Mittel: Sie holt PR-Berater Rudi Fußi ins Team. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, soll er in der heißen Phase des Wahlkampfs für neuen Schwung sorgen.
Fußi ist kein Unbekannter. Vom Start bei der jungen ÖVP über eine eigene Partei bis hin zur SPÖ sorgte er immer wieder für Wirbel. Bekannt wurde er vor allem mit seinem Volksbegehren gegen die Eurofighter. In der SPÖ ist er vor allem wegen interner Grabenkämpfe umstritten – noch vor einem Jahr wollte er Parteichef Andreas Babler stürzen.
In Graz setzt Fußi jetzt voll auf ein Thema: Gesundheit und Pflege. Der Hintergrund ist klar: Es gibt immer weniger Kassenärzte, gleichzeitig gehen viele bald in Pension. Genau hier will die SPÖ ansetzen und bei den Wählern punkten.
Doch die Herausforderung ist groß. Die KPÖ rund um Bürgermeisterin Elke Kahr ist in Graz stark und beliebt. Dem will Fußi die Erfahrung von Kampus entgegensetzen, die als langjährige Landesrätin politische Routine mitbringt. Ziel bleibt der Wiedereinzug in die Stadtregierung – trotz schwierigster Ausgangslage.
Die Rechnung ist riskant: Mit Fußi soll ausgerechnet ein umstrittener Stratege die Wende bringen. Ob das gelingt, entscheidet sich schon bald an der Wahlurne.