Im Nationalrat flogen Montagmittag die Fetzen. Die Bundesregierung gab eine Erklärung zur Nahost-Krise und ihrem Plan einer Spritpreisbremse ab. Damit die Maßnahme wie geplant auch am 1. April in Kraft treten kann, ist die Zustimmung mindestens einer Oppositionspartei nötig.
Das wird nicht die FPÖ sein. Direkt im Anschluss an die Erklärung der Regierungsspitze trat Herbert Kickl ans Rednerpult und watschte das Modell in alle Richtungen hin ab. Der ORF übertrug alles live.
"Wir haben ein riesengroßes Energieproblem", startete der Freiheitliche seinen Rundumschlag. "Es gilt, als Erstes da zu löschen, wo es brennt – das ist jetzt an den Tankstellen." Und da würden sich die Gemeinsamkeiten mit den Regierungsparteien auch schon aufhören.
Die Spritpreisbremse der Koalition sei "so gut wie wirkungslos", donnert der oberste Blaue. Überall rund um Österreich würde man billiger tanken können. Deutschland, wo das nicht der Fall ist, klammerte Kickl erst aus, beschimpfte die dortige Regierung im Anschluss als "Versager".
"Sie sind Europameister in unterlassener Hilfeleistung", wetterte Kickl gegen Schwarz-Rot-Pink: "Von 90 Cent pro Liter wollen Sie jetzt 5 Cent zurückgeben." Die Margensenkung sei der "sozialistische Anteil an diesem Murks" und der "nächste Irrsinn".
Nur das FPÖ-Modell würde spürbare Entlastung bringen, führte der FPÖ-Chef weiter aus – und machte sich neuerlich dafür stark, Öl und Gas von Russland zu kaufen.
Wer über ORF2 zugeschaut hatte, erlebte das Ende seiner (langen) Rede nicht. Die Übertragung wurde nach einer Stunde zugunsten der ZIB 13:00 abrupt gestoppt.
"Den Menschen da draußen, steht's bis hierher", waren die letzten Kickl-Worte, die die Zuschauer noch zu hören bekamen. Es ging danach aber noch weiter. Fast zwei Minuten fehlten am Ende.
Ein Kuriosum, aber kein Skandal. Zeitgleich wurde die Sondersitzung in ihrer Gesamtheit auch auf ORF III übertragen. Dort lief die Kickl-Rede ohne Unterbrechung zu Ende.