Preis-Schock an den Zapfsäulen. Autofahrer müssen sich darauf einstellen, es wird noch länger rasant teurer. "Heute" hat sich am Montag bei einigen Tankstellen in Wien umgesehen. Drei von vier Angefahrenen waren kurz vor 12 Uhr fast verwaist.
Es ist wohl die Angst vor der nächsten Teuerung, die Kunden aufhielt (Montag, Mittwoch und Freitag dürfen Tankstellen um Punkt 12 Uhr ihre Preise hinaufsetzen). Der Iran-Krieg treibt die Preise in extreme Höhen. Im Durchschnitt kostet der Liter Diesel schon bundesweit über 2 Euro – im Februar wäre das noch völlig undenkbar, da gab es Sprit um etwa 1,50 Euro.
In Wien jedenfalls scheinen viele Autofahrer vorgesorgt zu haben, sie deckten sich wohl am Wochenende mit Sprit ein (als Hilfe bei der Suche nach billigerem Sprit, nutze den Spritpreis-Rechner).
Am Montag um 12 kam der gefürchtete nächste Preissprung. "Heute" beobachtete es am Wiener Gürtel in Meidling. Zunächst lag der Dieselpreis bei 2.129 Euro pro Liter. Wenige Sekunden danach stand 2.259 Euro auf der Anzeige. Der Schock ist groß: Das war ein Hinaufschnalzen um 13 Cent. Bei einer Tankfüllung von 60 Litern sind das gleich um 7.80 Euro mehr!
Ärgern darüber wird sich wohl der einzige Tankkunde zu dieser Zeit, ihm wird der höhere Preis verrechnet.
Letzter Stopp unseres Lokalaugenscheins ist eine Tankstelle in einer Nebengasse, die allgemein als billigste der Gegend gilt. Normalerweise stehen die Lenker hier Schlange, diesmal ist kaum etwas los. Die Frau an der Kassa meint, die Menschen fahren noch genauso viel Auto wie sonst: "Es wird jedenfalls nicht weniger getankt."
Öl der Sorte Brent kostet jetzt 50% mehr als vor dem Krieg. Experte Johannes Benigni sagte Montagfrüh im ORF-Radio, er halte sogar 3 Euro pro Liter Treibstoff für realistisch, wenn der Krieg noch länger dauert.