Aufgrund des Iran-Krieges begann für viele Austro-Touristen in der Krisenregion das Bangen um eine Heimreise. Zahlreiche von ihnen wurden evakuiert. Der zweite Vizebürgermeister von Lannach (Bezirk Deutschlandsberg), Gerhard Lepaj, hatte nicht so viel Glück.
Dabei begann alles mit einem schönen Urlaub. Gemeinsam mit seiner Frau und einem weiteren Paar stand eine Kreuzfahrt und ein Flug auf die Malediven auf dem Programm. So ging es von Wien nach Dubai und von dort per Schiff weiter nach Doha. Bei einem Ausflug in die Stadt endete die Urlaubs-Idylle jedoch abrupt.
Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, bekam der Taxifahrer des Kommunalpolitikers plötzlich eine Warnung auf sein Handy. Da dieser aber meinte, dass es kein Problem gebe, ließen sich die Austro-Urlauber nicht von ihren Plänen abhalten. Als sie sich gerade die Stadt anschauen wollen, wurde eine Drohne in ihrer Nähe abgeschossen.
Die Gruppe suchte daraufhin Schutz im Taxi und kehrte auf das Kreuzfahrtschiff zurück, wo sie weitere brenzlige Momente durchlebten. So seien zwei Drohnen abgeschossen worden, wodurch das ganze Schiff vibriert hätte.
Die rettende Nachricht des Außenministeriums erhielt Lepaj am 3. März. Ihm wurde eine Evakuierung aus Riad in Aussicht gestellt. So ging es mit dem Bus in die saudi-arabische Hauptstadt. Diesbezüglich fand der Vizebürgermeister lobende Worte für das Außenressort. Alles sei "sehr gut organisiert" gewesen.
Die Geschichte sollte für Lepaj jedoch eine tragische Wende nehmen. Im Zuge der 14-stündigen Busfahrt bekam der Steirer starke Schmerzen im linken Unterschenkel, weswegen die Frau des österreichischen Botschafters nach seiner Ankunft in Riad ins Krankenhaus begleitete.
Dort folgte dann die Hiobsbotschaft: Lepaj hatte eine Thrombose erlitten. Die Ärzte verordneten dem Vizebürgermeister ein 30-tägiges Flugverbot. Im Gespräch mit der "Kleinen" sagte der Steirer, dass für ihn in diesem Moment "eine kleine Welt zusammengebrochen" sei.
Während seine Frau und Reisegefährten am 5. März die Heimreise antraten, blieb Lepaj also in Saudi-Arabien zurück. Von dem Botschafter wurde er in einer unbewohnten Dienstwohnung am Botschaftsgelände untergebracht. Seine Tage verbrachte er mit Telefonaten in die Heimat, Kochen und Spaziergängen.
Vorerst habe er sich dort auch sicher gefühlt, als über Riad vier Drohnen abgeschossen wurden, war es damit allerdings auch vorbei. "Ich will nur noch heim zu meiner Familie", so der Vizebürgermeister gegenüber der "Kleinen".
Doch nun ist für Lepaj neue Hoffnung in Sicht: Sein Flugverbot wurde aufgehoben. Unter medizinischer Begleitung soll er am Mittwoch den Flug in die Heimat antreten können.