Wegen Krieg gestrandet

3.200 € für Heimreise – Austro-Urlauber frustriert

Der Krieg im Nahen Osten wurde manchen Urlaubern zum Verhängnis. Die Rückreisen waren oft chaotisch und mit hohen Kosten verbunden.
Newsdesk Heute
16.03.2026, 19:32
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Was ein gemütlicher Urlaub in der Ferne hätte werden sollen, wurde für viele Österreicher zum Albtraum. Oft wurden sie zu längerem Aufenthalt und alternativen Rückreiserouten gezwungen. Diese ging in vielen Fällen auch mit horrenden Preisen einher.

So traf es auch ein Ehepaar aus Kalsdorf bei Graz. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, wollten die Steirer eine Kreuzfahrt unternehmen. Schlussendlich waren sie jedoch tagelang auf dem Schiff gefangen.

Tagelang auf Schiff gefangen

Laut eigener Aussage hätte sich das steirische Ehepaar umgehend beim Außenministerium registriert. Jedoch habe man längere Zeit nichts gehört, ehe schließlich drei E-Mails eintrudelten. Darin seien die Eheleute darauf aufmerksam gemacht worden, dass man vor der italienischen Botschaft in einen Bus steigen könne.

Dieser würde dann nach Riad fahren, von wo man zurückfliegen könne. Dies kam für die Steirer jedoch zu kurzfristig. Man hätte die Frist nicht einhalten können. Erst gegen Mitte vergangener Woche organisierte der Reiseveranstalter TUI dann ihre Rückkehr. Vonseiten der Steirer gab es dafür viel Lob. Gegenüber der Zeitung gaben sie, dass man sich perfekt um sie gekümmert habe.

Ärger über Reiseveranstalter

Schlechter betreut fühlte sich ein Leobener Ehepaar, welches in einem Hotel außerhalb der indischen Hauptstadt Delhi gestrandet war. Die Informationen ihres deutschen Reiseveranstalters seien dürftig gewesen. Ihnen sei lediglich geraten worden, den Extraurlaub zu genießen, so das Paar gegenüber der "Kleinen".

Diese Nachricht sorgte bei den Steirern jedoch nicht für Freudensprünge – im Gegenteil. Erst am Freitag kehrten sie wieder nach Österreich zurück. Die durch den längeren Aufenthalt entstandenen Mehrkosten solle nun der Veranstalter übernehmen müssen.

Teure Heimreise

Wie teuer eine Rückreise aufgrund des Nahost-Krieges werden kann, zeigt der Fall zweier Österreich-Touristen in Singapur. Ihnen wurden Flüge ab 3.000 Euro aufwärts angeboten. Schlussendlich entschied man sich für einen längeren Aufenthalt und konnte um 750 Euro Flüge in die Heimat buchen. Die entstandenen Mehrkosten beliefen sich auf 1.500 Euro pro Person.

Noch schlimmer erwischte es allerdings ein Paar aus Graz-Umgebung auf Sri Lanka. Per Internet-Telefonie habe man das Außenministerium nicht erreichen können. Hier sehe man Verbesserungspotenzial. Zudem kritisierten die Austro-Touristen gegenüber der "Kleinen", dass die Außenressorts von Deutschland und Italien Sonderflüge für ihre Bürger organisiert hätten.

Sie hingegen hätten sich die Flugtickets schließlich selbst organisieren müssen – zum stolzen Preis von 3.200 Euro pro Person. Besonders die Fotos von deutschen Leidensgenossen stießen den Steirern sauer auf. In den Aufnahmen war zu sehen, dass die Flugzeuge, die die Deutschen in die Heimat brachten, nahezu leer waren. Hier hätte man durchaus mitfliegen können.

Außenministerium weist Kritik zurück

Im Außenministerium wies man die Kritik gegenüber der "Kleinen" zurück. Ein Sprecher betonte, dass sich in den ersten Kriegswochen 18.000 Österreicher in der Krisenregion aufhielten. Davon habe man 5.650 Fälle individuell betreut. Das Ressort habe jeden Tag Busse nach Riad organisiert und die ersten Österreicher bereits am 1. März ausgeflogen.

Insgesamt seien 800 Österreicher in die Heimat gebracht worden. Ganze 123 weitere Personen habe man in Kooperation mit europäischen Partnern bei der Ausreise unterstützt. Zudem habe man die betroffenen Österreicher mit über 130 Aussendungen über die aktuelle Lage informiert.

{title && {title} } red, {title && {title} } 16.03.2026, 19:32
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen