Was als harmloser Badeunfall begann, veränderte das Leben von Johann Hebenstreit aus der Oststeiermark für immer. Nach einem Familienurlaub in Kroatien hatte der 68-Jährige beide Beine verloren. Über das tragische Schicksal berichtet die "Kleine Zeitung".
Der dramatische Verlauf nahm im Sommer 2021 seinen Anfang. Beim Spielen mit seinen Enkeln trat Johann im seichten Wasser "auf etwas Spitzes". "Ich hab‘ nicht viel gespürt", erinnert er sich in der Tageszeitung. Erst später bemerkte er "ein kleines Locherl", versorgte die Stelle selbst und dachte sich nichts weiter dabei.
Doch schon wenige Tage danach verschlechterte sich sein Zustand drastisch. Fieber, Schwäche und schließlich ein Zusammenbruch - Johann musste ins Krankenhaus. Nach Schwierigkeiten vor Ort wurde er schließlich mit einem Rettungsjet nach Graz gebracht, berichtet die "Kleine Zeitung".
Dort handelten die Ärzte sofort. Zunächst wurde der Vorfuß amputiert, kurz darauf auch der Unterschenkel. Es folgten Monate der Rehabilitation, Training und ein mühsamer Weg zurück in den Alltag. Dann der nächste Rückschlag: Jahre später entzündete sich auch der andere Fuß nach einer zunächst harmlosen Verletzung schwer.
Trotz mehrerer Eingriffe verschlechterte sich sein Zustand erneut massiv. Schließlich stand die nächste schwere Entscheidung an. "Die Ärztin hat gesagt: 'Es hilft nichts, wir müssen den Fuß abnehmen'", erzählt Johann in der "Kleinen Zeitung". Als er nach der Operation aufwachte, wurde ihm das ganze Ausmaß bewusst. "Ich hab‘ gedacht, sie nehmen nur den Vorderfuß. Aber das Bein war bis unter das Knie weg."
Trotz allem gibt Johann nicht auf. Sein Ziel ist klar: "Mein erster Gedanke war: Ich will wieder gehen." Mit Prothesen kämpft er sich Schritt für Schritt zurück in ein selbstständiges Leben. "Ich will kein Pflegefall werden", sagt er gegenüber der Tageszeitung und ergänzt: "Gut, ich bin zwar ein Pflegefall. Aber ich will trotzdem mein Leben leben!"
Unterstützung bekommt er dabei vor allem von seiner Frau Birgit, die ihn auf seinem Weg begleitet. Der Alltag bleibt herausfordernd - etwa durch Stiegen im Haus oder das kleine Badezimmer.
Ein großer Wunsch ist geblieben: wieder selbst Auto fahren zu können. Sein Enkel sagt in der "Kleinen Zeitung" traurig: "Poppa nicht Autofahren". Doch Johann gibt nicht auf - und arbeitet jeden Tag daran, dass sich das vielleicht doch wieder ändert.