Die jüngste Energiekrise hat den Druck auf die Politik in Österreich massiv erhöht. Grünen-Chefin Leonore Gewessler fordert nun ein entschlossenes Vorgehen beim Ausbau erneuerbarer Energiequellen, besonders bei der Windkraft. Sie spricht von einem "letzten Weckruf" und kritisiert die Bundesregierung für zu lasche Vorgaben im Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetz (EABG), berichtet die "Krone".
Das Gesetz soll Wind-, Solar- und Wasserkraft schneller voranbringen, sieht aber laut Gewessler zu wenig Verbindlichkeit zwischen Bund und Ländern vor. Für die ehemalige Umweltministerin ist klar: Österreich müsse unabhängig von externen Energiepreisen werden.
"Wir brauchen jedes Jahr 100 neue Windräder für Österreich. Damit wir unsere Energie selbst produzieren können und weder Putin noch Trump bestimmen können, wie hoch die Preise in unserem Land sind", sagt Gewessler.
Die Grünen-Chefin kritisiert dabei insbesondere Bundesländer, die bisher kaum auf Windkraft setzen. In Kärnten etwa lehnten Bürgerinnen und Bürger im Jänner 2025 in einer Volksbefragung den Ausbau auf den Bergen ab, auch wenn diese Entscheidung später vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben wurde. Ähnlich zurückhaltend zeigen sich Tirol, Vorarlberg und Salzburg.
Gewessler richtet ihre Worte zudem direkt an die Regierung: Sie fordert einen nationalen Schulterschluss und erwartet vom Energieminister, dass Blockaden in den Bundesländern beendet werden. "Die Zeit des Zögerns ist vorbei", betont sie. Gleichzeitig übt sie scharfe Kritik an Parteien wie FPÖ, ÖVP und SPÖ, die ihrer Meinung nach konkrete Projekte regelmäßig behindern.
Die Grünen setzen damit auf einen klaren Kurs: Nur ein schneller und konsequenter Ausbau erneuerbarer Energien könne Österreich unabhängiger und krisenfester machen. Für Gewessler ist es mehr als ein politisches Ziel, es ist eine Notwendigkeit in Zeiten globaler Unsicherheiten.