Rund um mögliche US-Militärflüge über Österreich sorgt eine Aussage von Vizekanzler Andreas Babler für Diskussionen. Während er öffentlich betonte, solche Flüge würden nicht stattfinden, zeichnet sich ein anderes Bild.
Laut Verteidigungsministerium wurden seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran entsprechende Anfragen tatsächlich abgelehnt. "Es hat Anträge gegeben und diese wurden von Anfang an abgelehnt", stellte Ministeriumssprecher Michael Bauer klar. Konkrete Zahlen nannte das Ressort nicht, betonte aber, dass jeder Antrag einzeln geprüft werde.
Gleichzeitig zeigen öffentlich einsehbare Flugdaten, dass ein US-Militärflugzeug Anfang April den österreichischen Luftraum durchquert hat. Demnach startete am 2. April eine Maschine vom Typ Gulfstream EA-37B Compass Call II vom britischen Stützpunkt Mildenhall in Richtung Kreta.
Um 14:09 Uhr UTC flog das Flugzeug laut Flightradar24 in den österreichischen Luftraum ein, überquerte die Alpen und setzte seinen Flug wenige Minuten später in Richtung Griechenland fort. Ziel war der Flughafen Chania auf Kreta, der Teil eines wichtigen Nato-Stützpunkts ist.
Die Maschine gilt als Spezialflugzeug für elektronische Kriegsführung. In Fachkreisen wird ein Zusammenhang mit der aktuellen Lage im Nahen Osten als wahrscheinlich angesehen.
Die unterschiedlichen Darstellungen werfen Fragen zur Praxis im Umgang mit militärischen Überflügen auf. Während offiziell von abgelehnten Anträgen die Rede ist, zeigen Flugbewegungen, dass entsprechende Maschinen dennoch den österreichischen Luftraum nutzen.
Die Diskussion berührt auch grundsätzliche Fragen zur österreichischen Neutralität sowie zum Umgang mit internationalen Konflikten.
Ministeriumssprecher Bauer nimmt auf X dazu Stellung: "Für die Flugzeuge wurde ein Überflug beantragt und genehmigt. Der Zielflughafen ist auf griechischem Hoheitsgebiet; Griechenland ist nicht im Konflikt involviert. Die Aufklärungssensorik musste über Österreich abgeschaltet werden. Dies wurde eingehalten."