Unter denkbar schwierigen Vorzeichen stellt sich SPÖ-Chef Andreas Babler am Samstag der Wiederwahl. Den 47. Ordentlichen Parteitag konnte die SPÖ nach sieben Jahren immerhin wieder als Regierungspartei begehen – Beliebtheitspreise gewinnt sie aber keine.
In Umfragen kommt die SPÖ auf nur mehr 17,4 Prozent. Überraschend selbstkritisch gestand Babler ein: Oft habe die SPÖ ein "öffentliches Schauspiel" aufgeführt. "Das war ned gscheid von uns." Und auch persönlich habe er Fehler gemacht. Nun soll die SPÖ aber gestärkt aus dem Parteitag herausgehen.
Wichtig wäre dafür eine breite Stimmung für den Vorsitzenden. Gegenkandidaten gibt es keine, doch das hinderte schon 2021 fast 25 Prozent der Anwesenden nicht daran, Rendi-Wagners Namen demonstrativ durchzureichen. Es sollte das historisch schlechteste Ergebnis werden.
So sehr, wie Babler innerhalb der Partei seit seiner Wahl unter Beschuss steht, war ein ähnliches Fiasko diesmal nicht ausgeschlossen. Der Jubel und tosende Applaus nach seiner Rede ließen aber auch einen anderen Schluss zu. Letztlich waren am frühen Nachmittag die 609 anwesenden Delegierten am Zug.
Kleine Überraschung: Auch Berthold Felber stand wieder zur Wahl, auch wenn sein Name nicht am Stimmzettel zu finden war. Nach dem halbstündigen Wahlvorgang ab 14.11 Uhr wurde im Anschluss mit etwas Verspätung das Ergebnis verkündet.
Demnach kommt Andreas Babler auf 81,51 Prozent der Stimmen! Zum Vergleich: Die Mitglieder des roten Vorstands wurden jeweils mit über 90 Prozent der Stimmen gewählt. Drei Stimmen entfielen übrigens auf den Überraschungsherausforderer Felber. 609 Delegierte waren wahlberechtigt, 600 haben ihre Stimme bei der Wahl abgegeben.