Ausschlafen können SPÖ-Funktionäre an diesem Wochenende nicht – und auch für Parteichef Andreas Babler wird es wohl eine unruhige Nacht. Schon um 7.30 Uhr beginnt am Samstag der Einlass zum 47. ordentlichen Bundesparteitag in der Messe Wien, um 9 Uhr steht der erste Tagesordnungspunkt am Programm. Das Antragsheft zählt 216 Seiten – mehr zu den Inhalten hier.
Neben Grußworten, formalen Berichten und einer Grundsatz-Rede des Parteivorsitzenden ist insbesondere die Wahl der Gremien der Höhepunkt des heurigen Parteitags. Die interne Kritik an Babler reißt bekanntlich nicht und nicht ab. Nach historisch schlechten 21,14 Prozent bei der Wahl 2024 kommt die SPÖ in Umfragen mittlerweile auf nur mehr auf 17,6 Prozent.
Apropos Prozent: 88,76 Prozent stimmten beim letzten Parteitag 2023 in Graz für Andreas Babler, nachdem ihm in der Kampfabstimmung gegen Hans Peter Doskozil 52,7 Prozent das Vertrauen ausgesprochen hatten. Bisheriger Tiefstwert bei einer Vorsitzendenwahl (ohne Gegenkandidaten) waren die 75,3 Prozent von Pamela Rendi-Wagner im Jahr 2021.
Diesen Wert wird der jetzige SPÖ-Chef wohl mindestens knacken müssen, um etwas Ruhe von den Kritikern zu bekommen. Liegen wird das an den 623 Delegierten, die entweder für Andreas Babler stimmen oder seinen Namen streichen können. Die Verkündung des Ergebnisses ist zwischen 14 und 15 Uhr geplant, um 18 Uhr haben die Delegierten Feierabend.
Selbst in Babler-kritischen Landesverbänden gibt es aber Stimmen, die dazu aufrufen, von letzterer Option nicht Gebrauch zu machen. Dem einzigen Kandidaten ein schlechtes Ergebnis zu verpassen, schadet immerhin einzig der Partei als Ganzes.
Schon am Freitag konnte jedenfalls Ministerin Eva-Maria Holzleitner vorlegen, die mit 98,92 Prozent als Frauenvorsitzende wiedergewählt wurde. Ein Wert, auf den ihr Partei-Chef wohl nicht ganz kommen wird.