Beim SPÖ-Bundesparteitag am 7. März in der Messe Wien wird Parteichef Andreas Babler wohl ohne aussichtsreichen Gegenkandidaten ins Rennen um den Vorsitz und damit seine Wiederwahl gehen. Zuletzt hatte ja Ex-Parteichef und -Bundeskanzler Christian Kern abgesagt.
Das Vertrauen der Österreicher in Babler ist allerdings – vorsichtig formuliert – ausbaufähig. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von "Unique Research" für "Heute" (500 online Befragte von 16. bis 19. Februar, maximale Schwankungsbreite ±4,4 Prozent).
Demnach trauen dem früheren Bürgermeister von Traiskirchen nur 26 Prozent zu, die gebeutelte SPÖ wieder auf Erfolgskurs zu bringen, nur sieben Prozent davon "absolut". 25 Prozent glauben "eher nicht", dass Babler das gelingt. 41 Prozent gehen sogar davon aus, dass er den Turnaround "sicher nicht" schafft.
Nur die deklarierten SPÖ-Wähler sind von ihrem aktuellen Parteivorsitzenden überzeugt. 82 Prozent gehen davon aus, dass das Comeback mit Babler gelingt. 14 Prozent bezweifeln das mehr oder weniger stark.
Zumindest einigermaßen gnädig fällt das Urteil über Babler bei den Grün-Anhängern aus. Bei ihnen halten 49 Prozent die Rückkehr auf die Erfolgsspur für möglich, 41 Prozent sind diesbezüglich anderer Meinung.
Ziemlich ähnlich sehen Wähler der ÖVP und der Neos Bablers Chancen. Bei ihnen zeigen sich 24 beziehungsweise 23 Prozent optimistisch. Eher oder sicher nicht an ein SPÖ-Comeback mit dem amtierenden Parteichef glauben 70 beziehungsweise 69 Prozent.
Desaströs das Urteil der Fans der Freiheitlichen. "Absolut" rechnet überhaupt keiner von ihnen mit der Wiederauferstehung mit Babler, nur fünf Prozent sind eher optimisch. 14 Prozent rechnen eher nicht mit einer roten Rückkehr auf die Erfolgsspur. Gleich 80 Prozent antworteten mit "sicher nicht".
Männer und Frauen sind in ihrem Urteil relativ einer Meinung. Einzige Auffälligkeit: Der Anteil jener, die Babler das Comeback "sicher nicht" zutrauen, liegt bei männlichen Befragten mit 46 Prozent markant höher als bei Frauen (36 Prozent).
Betrachtet nach Altersgruppen, sind die jüngeren Befragten zwischen 16 und 29 Jahre am zuversichtlichsten, was Bablers Weg betrifft. Am skeptischsten sind Personen ab 60 Jahren.
„Dass Babler in der Gesamtbevölkerung kein besonders hohes Vertrauen genießt, kommt wenig überraschend.“Peter HajekMeinungsforscher und Polit-Experte, "Unique Research"
Wie beurteilt "Unique Research"-Meinungsforscher und Polit-Experte Peter Hajek diese Ergebnisse? "Dass Andreas Babler in der Gesamtbevölkerung kein besonders hohes Vertrauen genießt, kommt wenig überraschend. In der eigenen Wählerschaft hingegen ist sein Rückhalt beachtlich: Acht von zehn SPÖ-Unterstützern glauben an einen Turnaround", sagt er im Gespräch mit "Heute".
Und weiter: "Möglicherweise hat auch die Führungsdebatte rund um Christian Kern zusätzliche Dynamik im Mitte-links-Lager ausgelöst — selbst unter den Grünen traut ihm rund jeder und jede Zweite einen künftigen Erfolg der SPÖ zu."