Es fließt noch viel Wasser die Donau hinunter, bis wir 2028 einen Nachfolger für Bundespräsident Alexander Van der Bellen wählen. Nach dem Frühstart von Burgenlands Ex-Landeschef Niessl lohnt ein Blick auf die Umfragen-Wasserstandsmeldung dennoch.
14 Namen hat "Heute" ins Feld geschickt. Ins Auge sticht beim Blick auf die Ergebnisse: Die tagespolitisch derzeit oft geprügelten Altparteien SPÖ und ÖVP haben gleich mehrere Optionen für das höchste Amt im Staat.
An der Spitze: Ein Kaiser (Peter) und ein Kanzler außer Dienst (Schallenberg) – "K&K"-Comeback beim Rennen um die Hofburg? Der stets besonnene Sozialdemokrat Peter Kaiser strahlt bei der Wählbarkeit weit in das bürgerliche Lager hinein.
Einziges Manko: die überraschend starken Werte des langjährigen Spitzendiplomaten Alexander Schallenberg. Geht "Schalli" für die ÖVP ins Rennen, würde sich Kaiser wohl schwer tun, die Zustimmung der ÖVP-Anhänger auch in Wählerstimmen umzumünzen.
Doch die SPÖ hat noch ein zweites Ass im Ärmel. Die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures hätte alle Chancen, erste Bundespräsidentin zu werden. Neben großer Bekanntheit punktet die Partei-Ikone der Roten seit Jahren mit den höchsten Vertrauenswerten sämtlicher Tagespolitiker.
Daran mangelt es den Blauen. Herbert Kickl, Walter Rosenkranz und Susanne Fürst könnten das rechte Lager voll abräumen und ziemlich sicher einen ersten Wahlgang für sich entscheiden. Aus anderen politischen Lagern wäre zur Erreichung der absoluten Mehrheit aber wenig on top zu holen.
Und so bleibt die Hofburg-Wahl 2028 wohl der einzige bundesweite Wahlgang in nächster Zeit, bei der die einst großen Volksparteien die Freiheitlichen in Schach halten könnten...