In der SPÖ brodelt es immer heftiger, Parteichef Andreas Babler verliert weiter an Rückhalt – Rufe nach einem Gegenkandidaten für die Vorsitzwahl beim Parteitag am 7. März werden lauter. Freilich kursiert da stets nur ein einziger Name – der von Ex-Kanzler Christian Kern. Der dürfte laut "Heute"-Infos unter gewissen Voraussetzungen tatsächlich bereitstehen.
Aber die Zeit für eine Entscheidung drängt. Der Fahrplan:
Der SPÖ-Vorstand trifft sich am Freitag – ausgerechnet ein Freitag, der 13. – zu Mittag im Parlament. Bislang galt diese letzte Sitzung vor dem Parteitag als letzte Möglichkeit zur Kandidaten-Nominierung.
Ein internes Gutachten kommt jetzt jedoch zu dem Schluss, dass auch jede "delegierungsberechtigte Organisation" und jeder Delegierte Wahlvorschläge einbringen könnte. Das müsste mindestens 21 Tage vor der Wahl geschehen, also spätestens am Samstag.
In jedem Fall müsste die Entscheidung über einen Gegenkandidaten zu Andreas Babler also bis Ende der Woche fallen.
Die mächtige Wiener SPÖ stellte sich bisher neben der Gewerkschaft am deutlichsten gegen ein Comeback von Kern. Die versemmelte Nationalratswahl 2017 und sein folgender überstürzter Abgang von der SPÖ-Parteispitze hängen dem Ex-Kanzler nach.
Freilich war stets zu hören, der 60-Jährige wolle nur antreten, wenn er eine breite Unterstützung hätte, auch aus Wien. Zuletzt hieß es aber schon, Kern würde schon reichen, wenn sich Bürgermeister Michael Ludwig nicht ausdrücklich gegen ihn stelle.
Jedenfalls versuchte der 60-Jährige nun, im Rathaus Stimmung zu machen. Am Dienstag tauchte er mit SPÖ-Kärnten-Chef Daniel Fellner (einem seiner größten Unterstützer) bei Bürgermeister Ludwig auf. Wohl mit verhaltenem Erfolg: Ludwig habe Kern "in keinster Weise zu einer Kandidatur ermutigt", zitiert der "Standard" aus dem Umfeld des Stadtchefs. Bei dem rund zweistündigen Gespräch war auch die SPÖ-Grande Dame und Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures dabei.
Christian Kern will sich dem Vernehmen nach am Mittwoch oder spätestens Donnerstag deklarieren, ob er sein Managerleben noch einmal gegen die Politik tauschen würde.
Und damit ist auch noch bei weitem nicht alles klar...