Anlässlich des kommenden Frauentags schlagen die Grünen Wien Alarm: "Die jüngsten Sozialkürzungen von SPÖ und Neos in Wien treffen Frauen besonders hart und verschärfen bestehende Ungleichheiten weiter", warnt Parteivorsitzende Judith Pühringer.
Denn Frauen sind besonders oft betroffen: Sie arbeiten häufiger in Teilzeit, übernehmen den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit und sind öfter auf soziale Unterstützungsleistungen angewiesen. Wenn bei Wohnbeihilfen, Mindestsicherung oder Betreuungsangeboten gekürzt wird, spüren vor allem Alleinerzieherinnen und Pensionistinnen die Folgen.
Rund um den 8. März werden die Grünen Frauen Wien gemeinsam mit vielen solidarischen Männern auf die Straße gehen, um auf feministischen Notwendigkeiten aufmerksam zu machen.
"Die Stadt Wien hat durch ihre Kürzungen die massiven Einschnitte für das Leben von Frauen völlig falsch bewertet. Weniger Beratungsangebote oder Unterstützungsleistungen erhöhen die Belastung für Frauen, gefährden ihre finanzielle Unabhängigkeit und schwächen damit auch ihren Schutz vor Gewalt. Die Kürzungen der Stadtregierung haben besonders für Frauen, die in Gewaltbeziehungen leben, fatale Auswirkungen", so Frauensprecherin Julia Malle.
"Sozialpolitik ist immer auch Frauenpolitik", betonen Pühringer und Malle. Wer bei sozialen Leistungen kürzt, kürzt auf dem Rücken jener, die ohnehin strukturell benachteiligt sind. Steigende Lebenshaltungskosten, hohe Mieten und unsichere Arbeitsverhältnisse verschärfen die Lage zusätzlich.
In Wien verdienen Frauen im Schnitt 11 Prozent weniger als Männer – das bedeutet: 40 Tage im Jahr arbeiten Frauen ohne Bezahlung. Die Grünen Frauen Wien fordern daher vollständige Lohntransparenz sowie moderne Karenz- und Elternteilzeitmodelle. "Frauen brauchen eine soziale Absicherung, die sie gezielt stärkt: Ausbau von Kinderbetreuung, wirksame Maßnahmen gegen Frauenarmut und eine Mindestsicherung, die vor Armut schützt, statt sie zu verwalten", so Pühringer.
Pühringer und Malle kritisieren, dass spezifische Bedürfnisse von Frauen in Medizin, Forschung und Versorgung oft zu wenig berücksichtigt werden – mit teils gravierenden Folgen. Ob Endometriose, Wechseljahre, psychische Belastungen oder geschlechterspezifische Unterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Frauen werden häufig später diagnostiziert und nicht ausreichend informiert. Gleichzeitig leisten sie den Großteil der Care-Arbeit.
Gefordert werden gezielte Präventionsprogramme, mehr Forschung zu geschlechterspezifischer Medizin, ein niederschwelliger Zugang zu gynäkologischer und psychosozialer Versorgung, sowie kostenfreie Schwangerschaftsabbrüche, Verhütungs- und Menstruationsprodukte.