Am Dienstag feiert die Dreierkoalition ihren ersten Jahrestag im Amt. ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti gab der Regierung kürzlich im "Heute"-Interview – ganz im Sinne der Stocker'schen Formel – die Note "2, 1".
Ein Blick auf aktuelle Umfragen zeigt jedoch ein deutlich anderes Stimmungsbild in der Bevölkerung. Laut einer Erhebung von "Unique Research" für "Heute" und ATV sind lediglich 32 Prozent mit der Arbeit der Regierung "sehr" oder "eher zufrieden". Dem gegenüber stehen 65 Prozent, die sich "weniger" oder "gar nicht zufrieden" zeigen – "Heute" berichtete.
Auch die jüngste "Krone"-Sonntagsfrage, durchgeführt vom Institut für Demoskopie und Datenanalyse, ist für die Dreierkoalition der nächste Dämpfer. ÖVP, SPÖ und NEOS kommen gemeinsam nicht einmal mehr auf 50 Prozent. Die FPÖ hingegen baut ihren Vorsprung weiter aus.
Wäre heute Nationalratswahl, kämen die Freiheitlichen auf 35 Prozent – klarer Platz eins. Dahinter folgt die ÖVP von Bundeskanzler Christian Stocker mit 22 Prozent – ein Minus von mehr als vier Prozentpunkten im Vergleich zur Nationalratswahl 2024. Auf Rang drei liegt die SPÖ unter Andreas Babler mit nur noch 18 Prozent. Einen Einser vorn gab es für die Sozialdemokraten bei Nationalratswahlen noch nie.
Die Grünen unter Leonore Gewessler würden das zweitstärkste Plus verbuchen und mit elf Prozent auf Platz vier vorrücken. Dahinter folgen die NEOS mit neun Prozent (minus 0,1 Prozentpunkte) sowie die Kommunisten mit vier Prozent.
Ebenfalls abgefragt wurde die politische Relevanz der Parteichefs – hier liefern sich Herbert Kickl und Christian Stocker ein Kopf-an-Kopf-Rennen. 39 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der FPÖ-Chef eine wichtige Rolle in Österreich spielen soll, beim Bundeskanzler sind es 38 Prozent.
Erst auf Rang vier folgt SPÖ-Chef Andreas Babler mit ernüchternden 21 Prozent – noch hinter Leonore Gewessler (29 Prozent) und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger (25 Prozent).
IFDD-Chef Christoph Haselmayer ordnet im "Krone" -Gespräch ein: "Stocker kann den Kanzlerbonus verbuchen. Dieser zahlt aber aktuell nicht auf das Konto der ÖVP ein." Zum schwachen Abschneiden Bablers sagt er: "Ein überwiegender Großteil der Wähler, das zeigen alle Erhebungen seit langer Zeit, lehnt den links-linken Babler-Kurs in der SPÖ klar ab.