Hartes Zeugnis für Parteichefs

Kickl top, Babler flop – das sagen die Österreicher

Ein Jahr nach Bildung der Dreierkoalition zieht Österreich Fazit. Nicht nur mit der Regierung, auch mit den Parteichefs rechnen die Befragten ab.
Nicolas Kubrak
27.02.2026, 10:25
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Vor einem Jahr fanden ÖVP, SPÖ und NEOS im zweiten Anlauf der Regierungsverhandlungen zusammen – und schrieben mit der ersten Dreierkoalition der Republik Geschichte. Gab es für Schwarz-Rot-Pink zu Beginn noch einen Vertrauensvorschuss, scheint dieser inzwischen aufgebraucht.

Nur jeder Dritte zufrieden

Eine aktuelle Umfrage von "Unique Research" für "Heute" und ATV (500 Befragte, max. Schwankungsbreite ±4,4 Prozent) zeigt: Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung ist auf einem Tiefpunkt angelangt.

Nur 32 Prozent der Befragten zeigen sich mit der Arbeit der Regierung "sehr" oder "eher zufrieden". Dem gegenüber stehen 65 Prozent, die "weniger" oder "gar nicht zufrieden" sind. Am größten ist die Zustimmung naturgemäß unter ÖVP-Wählern (78 Prozent), gefolgt von Anhängern der SPÖ (68 Prozent) und der NEOS (62 Prozent).

Deutlich kritischer fällt das Urteil bei den Oppositionsparteien aus: 53 Prozent der Grün-Wähler äußern Unzufriedenheit, bei den FPÖ-Anhängern sind es sogar 92 Prozent, die mit der Regierungsarbeit wenig oder gar nichts anfangen können.

Negatives Zeugnis für Parteichefs

Spannend ist ein Blick auf die Parteispitzen. Auf die Frage "Wie zufrieden sind Sie mit der politischen Arbeit der Parteichefs?" erreicht keiner der Parteichefs eine positive Gesamtbilanz.

FPÖ-Chef Herbert Kickl erzielt dabei noch die vergleichsweise besten Werte: 35 Prozent bewerten seine Arbeit als "eher" oder "sehr zufriedenstellend", 58 Prozent sehen sie kritisch. Bundeskanzler Christian Stocker kommt auf 30 Prozent Zustimmung, 60 Prozent stellen ihm ein negatives Zeugnis aus.

Am schlechtesten schneidet Vizekanzler und SPÖ-Chef Andreas Babler ab: 69 Prozent der Befragten zeigen sich mit seiner Arbeit unzufrieden – mehr als zwei Drittel bewerten seine Performance negativ. Er weist den größten Negativsaldo (-46) unter allen Parteichefs vor.

Meinungsforscher Peter Hajek analysiert: "Zustimmung gibt es fast nur im eigenen Wählersegment, darüber hinaus fehlt vielen Parteichefs die Breitenakzeptanz", so Hajek. Sein Resümee: "Die Regierung hat ein Vertrauensproblem – und die Parteichefs ein Reichweitenproblem."

{title && {title} } nico, {title && {title} } Akt. 27.02.2026, 10:38, 27.02.2026, 10:25
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