Von sogenannten "Einheimischentarifen" wurde, vor allem in Österreich, lange Gebrauch gemacht, um der anwohnenden Bevölkerung insbesondere das Skifahren leistbarer zu machen. Es kam, wie es kommen musste: Klagen bei der EU besiegelten das Aus der Preisvorteile, die in vielen Regionen der Welt aber Standard sind.
Auch beispielsweise in Malta sind Öffis für Bewohner gratis, Besucher aus dem EU-Ausland müssen 2,50 Euro für eine Busfahrt zahlen. In Österreich wiederum würden EU-Bürger dadurch innerhalb der Union aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit benachteiligt werden.
Das will Österreich nicht länger auf sich sitzen lassen. Schon im Dezember gab es dazu eine Anfrage im EU-Parlament, in der der Tourismuskommissar solche Tarife unter bestimmten Voraussetzungen als "mit dem Unionsrecht vereinbar" sieht.
Thema war das auch beim Wettbewerbsrat am Donnerstag. Und darin haben alle Mitgliedsstaaten einstimmig beschlossen, die EU-Kommission aufzufordern, bei der Novelle der Geoblocking-Verordnung im Herbst eine rechtskonforme Lösung für Einheimischentarife vorzulegen.
"Damit gibt es erstmals einen klaren europäischen Beschluss, dieses Problem anzugehen. Das ist ein großer Verhandlungserfolg für Österreich", so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner spricht ebenfalls von einem "Etappensieg auf dem Weg zu Einheimischentarifen". Erfolgreicher Tourismus brauche Akzeptanz – "und die entsteht nur, wenn die lokale Bevölkerung von der touristischen Infrastruktur profitiert".
"Ohne die heimische Bevölkerung gebe es keine blühende Tourismusbranche“, erklärt Tirols Landeshauptmann Anton Mattle: "Vorteile für Einheimische sind keine Diskriminierung, sondern eine gerechte Anerkennung für die Gastfreundschaft in unserem Land." Der Ratsbeschluss eröffnet nun Spielraum für entsprechende Lösungen in Ferienregionen.