Eine neue Statistikbroschüre mit dem Titel "Frauen – Zahlen, Daten und Fakten zu Migration & Integration" des Österreichischen Integrations Fonds (ÖIF) lässt aufhorchen. Demnach würde mehr als jede fünfte Frau in Österreich im Ausland geboren sein.
In genauen Zahlen bedeutet dies, dass Anfang 2025 rund 1.064.000 im Ausland geborene Frauen in Österreich lebten. Dies macht 22,8 Prozent der weiblichen Gesamtbevölkerung aus. Damit ist der Anteil im Zehnjahresvergleich um stolze 61,7 Prozent gestiegen.
Ganze 54,2 Prozent der im Ausland geborenen Frauen stammen aus EU-/EFTA-Staaten oder Großbritannien. Die übrigen 45,8 Prozent kamen in Drittstaaten auf die Welt. Den größten Anteil macht hier Deutschland aus (140.800). Dahinter folgen Bosnien und Herzegowina (91.100), die Türkei (79.100), Rumänien (77.100) und Serbien (75.800). Ein starkes Wachstum wurde in den letzten Jahren bei Frauen aus der Ukraine (56.000), Syrien (35.500) und Afghanistan (17.500) verzeichnet.
Im Jahr 2025 lebten 65,6 Prozent aller Ausländerinnen bereits seit fünf oder mehr Jahren in Österreich. Ganze 34,4 Prozent sind erst seit weniger als fünf Jahren in Österreich wohnhaft. Rund 15 Prozent aller Ausländerinnen wurden bereits in Österreich geboren. Besonders brisant: Anfang 2025 lebten mehr Frauen mit ausländischem Geburtsland (1.064.000) in Österreich als Männer (1.021.000).
Betrachtet man die Asylanträge, so wurden im Vorjahr rund 16.300 registriert, im Vergleich zu 2024 waren dies um knapp 35,8 Prozent weniger. Jedoch erreichte der Frauenanteil mit 42,1 Prozent im Jahr vor zwei Jahren einen Höchststand der vergangenen zehn Jahre. Im Jahr 2025 lag der Anteil bei 41,4 Prozent. Mehr als die Hälfte der positiven Asylentscheidungen 2025 (54,1 Prozent) entfiel auf Frauen. Die meisten Asylanerkennungen erhielten Afghaninnen (2.700), gefolgt von Syrerinnen (610) und Somalierinnen (390).
Im Vorjahr waren 70,7 Prozent aller Frauen in Österreich im Alter zwischen 16 und 64 Jahren erwerbstätig. Im Vergleich zu 2014 bedeutet dies einen Anstieg um 3,7 Prozentpunkte. Migrantinnen waren in geringerem Ausmaß am Erwerbsleben beteiligt als Österreicherinnen. So lag die Erwerbstätigenquote von Frauen mit Migrationshintergrund im Jahr 2024 bei 64,3 Prozent. Bei Österreicherinnen betrug die Quote 73,7 Prozent.
Signifikante Unterschiede zeigen sich auch je nach Herkunftsregion. Demnach lag die Quote bei Frauen aus EU- und EFTA-Staaten bei 74,7 Prozent. Bei Frauen aus der Türkei betrug sie hingegen 56 Prozent. Noch geringer fiel die Erwerbstätigkeit bei Frauen aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak aus. Diese lag bei nur 24,3 Prozent.
Die Arbeitslosenquote 2025 hingegen war bei Frauen aus dem Ausland mit 11,4 Prozent fast doppelt so hoch wie jene von Österreicherinnen (5,4 Prozent). Besonders hoch fiel sie bei Syrerinnen (43,9 Prozent), Somalierinnen (40,2 Prozent) und Afghaninnen (36,7 Prozent) aus.
Betrachtet man die Lage bei den Bildungsabschlüssen, so fällt auf, dass in Österreich lebende Ausländerinnen in allen Schichten überproportional vertreten sind. Österreicherinnen hingegen weisen häufiger einen Bildungsabschluss auf der mittleren Ebene auf. So verfügten 2024 35,4 Prozent der Frauen aus EU-/EFTA-Staaten bzw. Großbritannien über einen akademischen Abschluss.
Hingegen hatten 55,8 Prozent der türkischen und 32,1 Prozent der ex-jugoslawischen Migrantinnen lediglich einen Pflichtschulabschluss. Besonders deutlich wird der Unterschied zwischen den Generationen. So konnten 24,8 Prozent der ersten Generation der Migrantinnen nur einen Pflichtschulabschluss vorweisen. Bei der zweiten Generation sank dieser Anteil auf 15,6 Prozent.
Der Anteil der Berufs- und Fachschulabsolventinnen lag bei der zweiten Generation mit 40,6 Prozent bereits deutlich höher als bei der ersten (22,6 Prozent). Bei Frauen ohne Migrationshintergrund lag dieser Wert bei 47,5 Prozent.