Eigentlich suchte sie nur ein kleines Zuhause für ihr Studium in Linz. Eine 22-jährige Wirtschaftsstudentin aus dem Waldviertel bewarb sich laut "Kronen Zeitung" am Freitagabend über eine große Online-Plattform um ein 14 Quadratmeter großes Single-Appartement um 460 Euro Miete.
In der Anzeige stand laut der jungen Frau ausdrücklich: "Auch AusländerInnen sind willkommen." Doch im persönlichen Chat sei die Situation rasch gekippt. "Sobald ich mein Interesse bekundete, fragte er nach meiner Herkunft. Als ich meinen Namen nannte, antwortete der Vermieter wörtlich: ,Ok, aber der Name ist nicht österreichisch‘", erzählt die 22-Jährige, die iranische Wurzeln hat, aber österreichische Staatsbürgerin ist, gegenüber der "Krone".
Doch damit nicht genug. "Auf meine Nachfrage, ob das eine Rolle spiele, wurde er noch deutlicher: Er vergebe seine Wohnungen nur nach 'Sympathie' und betonte hämisch: 'Ich muss nicht vermieten, weil ich das Geld nicht brauche.", erzählt die Frau der Tageszeitung. Zum Schluss habe der Mann noch geschrieben: "Zuverlässigkeit ist natürlich auch wichtig, aber soweit sind wir noch nicht :-)"
Die Studentin reagierte empört. "Es ist unerträglich, dass junge Menschen, die in Linz studieren und sich hier eine Zukunft aufbauen wollen, so herablassend behandelt und aufgrund ihres Namens diskriminiert werden – vor allem, wenn sich der Vermieter in der Anzeige noch als weltoffen präsentiert", sagt sie zur "Krone".
Die 22-Jährige dokumentierte den gesamten Chatverlauf samt Inserat mit Screenshots und wandte sich an die Gleichbehandlungsstelle, heißt es in dem Bericht. Das Gleichbehandlungsgesetz untersagt Diskriminierung unter anderem aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit - auch beim Zugang zu Wohnraum.
Nach Abschluss der Prüfungen werden die zuständigen Stellen befasst. Für die 22-Jährige bleibt nach der Wohnungssuche vorerst vor allem eines zurück - Frust über eine Erfahrung, die sie so nicht erwartet hatte.