Vor dem Linzer Landesgericht wird nicht nur verhandelt – sondern inzwischen auch gedichtet: Schon beim zweiten Prozesstag rund um VP-Klubchef August Wöginger drehte ein Demonstrant mit einem "Oh du liaba Augustin"-Plakat seine Runden und sorgte für amüsierte Blicke – "Heute" berichtete.
Im Saal ging es um deutlich Ernsthafteres: Nach der aufgehobenen Diversion stehen Wöginger und zwei weitere Angeklagte wieder vor Gericht. Im Zentrum steht der Vorwurf der Postenschacherei – also dass ein Job politisch eingefädelt worden sein soll. Wöginger rechnet mit einem Freispruch.
Der schwarze Klubobmann selbst wird wohl am Dienstag seine Aussage machen – weder drinnen noch draußen ist also noch lange nicht Schluss. Denn auch der Demonstrant hat das nächste Kapitel schon längst durchgeplant, wie er gegenüber "Heute" verrät.
Er kündigt an: Zur Urteilsverkündung am 21. April wird er fix wieder vor dem Gericht stehen. Das neue Schild ist auch schon fertig – diesmal mit Reimen wie: "Mit treuherzigem Hundeblick – so a deppats Missgeschick" und "A bissal vergessn, a bissal verzeihn, so wird aus'm Skandal boid a G'schichtal fürn Wein".
Wichtig ist ihm dabei – wie schon beim vergangenen Auftritt – eine klare Botschaft: Das Ganze sei nicht gegen einzelne Personen gerichtet, auch nicht speziell gegen Wöginger. Postenschacherei sei "leider eine österreichische Krankheit" – es gehe ihm um die grundsätzliche Situation im Land – um ein System, das aus seiner Sicht "nur mehr destruktiv" sei.
Und der Mann stellt auch klar, wer für ihn die eigentliche Hauptfigur in der Geschichte ist: jene Frau, die den umstrittenen Posten im Endeffekt nicht bekommen hat. Sie sei die "Heldin" der Causa, weil sie sich trotz massiven Drucks gegen mächtige Strukturen gewehrt habe.