Nächste Runde im Prozess um VP-Grande August Wöginger: Am Donnerstag musste der Klubchef wieder in Linz antanzen. Nachdem die Diversion aufgehoben wurde, stehen er und zwei weitere Angeklagte wieder vor Gericht.
Wie berichtet steht im Zentrum steht der Vorwurf des Postenschachers. Wöginger selbst rechnet mit einem Freispruch. Am Donnerstag – dem zweiten Verhandlungstag – sorgte aber nicht Wöginger selbst, sondern erst ein Demonstrant vor dem Landesgericht für Aufsehen.
Mit einem großen Schild zog der Mann vor dem Gebäude seine Runden: "Oh du liaba Augustin - alles is hin. Vertraun is weg - Moral liegt im Dreck. Im Hinterzimmer ohje - do rennt da Schmäh und die Partei is ollawei dabei! Oh du liaba Augustin - alles is hin. Go Home!"
Gegenüber "Heute" betonte der Demonstrant, das Schild habe "nichts mit dem heutigen Prozess" um Klubobmann Wöginger zu tun. Augustin sei lediglich eine Figur aus der Geschichte. Es ginge ihm um die "allgemeine Situation im Land".
Im Schwurgerichtssaal verzögerte sich die Verhandlung erst um einige Minuten. Denn: Der Schöffensenat musste erst noch um einen Antrag vom ersten Verhandlungstag beraten. Hintergrund: Wögingers Anwalt brachte den Antrag auf Einleitung eines Normprüfungsverfahrens vor dem Verfassungsgerichtshof ein.
Sein Argument: Die Aufhebung der Diversion sei verfassungswidrig gewesen, weil sein Mandant im Beschwerdeverfahren keine Stellung nehmen durfte. Die Verteidigung hoffte, dass der Schöffensenat die umstrittene Bestimmung an den Verfassungsgerichtshof weiterleitet. Dazu kam es aber nicht: Der Antrag wurde zurückgewiesen. Der Prozess ist bis zum Abend angesetzt.