Krisenhilfe spürt Zunahme

"Wird schnell eng" – Dauerkrisenmodus belastet enorm

Zahlreiche Menschen in Oberösterreich kämpfen mittlerweile mit mehreren Krisen gleichzeitig – und suchen oft erst Hilfe, wenn alles zu viel wird.
Lea Strauch
26.02.2026, 04:00
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Teuerung, Job-Druck, Streit daheim – und dann noch ein Schicksalsschlag. Immer mehr Familien in Oberösterreich kämpfen nicht mit einer Krise, sondern mit vielen gleichzeitig. Bei der Krisenhilfe OÖ häufen sich die Fälle, in denen sich Belastungen gefährlich auftürmen.

Krisen stapeln sich

"In den letzten Jahren bemerken wir, dass Menschen, die sich an uns wenden, oft stärker belastet sind", sagt Geschäftsfeldleiterin Katja Sieper gegenüber "Heute". Belastungen am Arbeitsplatz, familiäre Konflikte, finanzielle Sorgen – "die Problematik verstärkt sich". Früher sei ein einzelnes tragisches Ereignis oft das zentrale Thema gewesen. Heute komme es zusätzlich zu anderen Baustellen dazu.

Das Leben werde teurer, die weltpolitische und wirtschaftliche Lage unsicherer. "Der Rahmen verändert sich", so Sieper. Wenn dann noch ein Schicksalsschlag dazukommt, "wird's oft schnell eng". Sie betont: Mit fehlender Belastbarkeit habe das wenig zu tun. "Wenn viele kleine Dinge nicht gut laufen, wird es einfach zu viel."

Die Krisenhilfe OÖ

Um die Krisenversorgung in Oberösterreich flächendeckend und noch umfassender gewährleisten zu können, haben sich pro mente OÖ, EXIT-sozial, Rotes Kreuz, Telefonseelsorge OÖ und Notfallseelsorge unter dem Namen Krisenhilfe OÖ zusammengeschlossen.

Neben dem ständig verfügbaren Krisentelefon bietet die Krisenhilfe OÖ in psychosozialen Notsituationen auch Online- und Chatberatung, persönliche Gespräche und mobile Einsätze, etwa in Form von Hausbesuchen.

Die Krisenhilfe OÖ unterstützt in allen psychischen Notsituationen – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr unter der Telefonnummer 0732 / 21 77.

Alle Infos unter krisenhilfeooe.at.

"Mir wird alles zu viel"

Manche rufen trotzdem erst nach einem klaren Einschnitt bei der Krisenhilfe an – Todesfall, Trennung, Arbeitsplatzverlust. Andere können es aber gar nicht festmachen: "Mir wird alles zu viel", sei ein Satz, den die Mitarbeiter oft hören. Erst im Gespräch werde dann sichtbar, was dahintersteckt.

"Wenn man selber drinsteckt, kann man das auf Anhieb gar nicht so genau erkennen", erklärt Sieper. Genau deshalb sei frühe Hilfe und Prävention so wichtig. Die Krisenhilfe unterstützt auch, bevor etwas Tragisches passiert. Und oft reicht schon ein erstes Gespräch, um wieder Ordnung ins Chaos zu bringen und nächste Schritte zu finden.

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