Im Iran-Krieg zieht Italien eine klare Grenze – und weist eine Anfrage aus den USA zurück. Es geht um die Nutzung eines wichtigen Militärstützpunkts auf Sizilien.
Wie aus Kreisen des Verteidigungsministeriums in Rom gegenüber der Nachrichtenagentur AFP verlautete, wurde ein Gesuch des US-Militärs abgelehnt. Demnach wollten die USA mehrere Kampfflugzeuge auf der Luftwaffenbasis Sigonella nahe Catania landen lassen.
Sigonella zählt zu mehreren Stützpunkten in Italien, die das US-Militär im Rahmen bilateraler Abkommen nutzen darf. Für Einsätze im Zusammenhang mit Kampfeinsätzen braucht es jedoch eine gesonderte Zustimmung des italienischen Parlaments.
Da eine solche Entscheidung kurzfristig nicht möglich war, wurde die Anfrage der USA zurückgewiesen, hieß es weiter aus dem Verteidigungsministerium.
Laut Berichten der Zeitung "Corriere della Sera" und weiterer italienischer Medien ereignete sich der Vorfall bereits vor einigen Tagen. Demnach waren mehrere US-Bomber von der Entscheidung betroffen.
Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni stellte dennoch klar, dass Italien weiterhin eng mit den USA kooperiere. Man halte sich "strikt an seine internationalen Verpflichtungen", hieß es. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien "solide" und basierten auf "uneingeschränkter Zusammenarbeit".
Meloni verfolgt seit dem erneuten Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Jänner 2025 das Ziel, Italien als Vermittler zwischen Europa und den USA zu positionieren. Im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg betonte sie – wie auch andere europäische Staats- und Regierungschefs –, dass Italien nicht Teil des Konflikts sei und dies auch nicht werden wolle.