Erst Rekordtemperaturen, dann heftige Unwetter: Kroatien erlebt derzeit ein Wetterextrem nach dem anderen. Besonders betroffen sind beliebte Urlaubsregionen an der Adriaküste, wo Gewitter, Sturm und ein Waldbrand die Einsatzkräfte auf Trab halten.
Am Dienstag wurden laut dem kroatischen Wetterdienst die höchsten Temperaturen seit Beginn der Messungen im Jahr 1926 registriert. In Knin wurden 41 Grad gemessen, am Flughafen Osijek 39,8 Grad und in Split 39,5 Grad.
Noch am selben Tag zog eine Unwetterfront über weite Teile des Landes. Starkregen, heftige Windböen und zahlreiche Blitze trafen die Küstenregionen von Dalmatien bis Rijeka.
Auf der Insel Čiovo bei Trogir löste ein Blitzschlag einen Waldbrand aus. Seit Dienstagabend stehen dort rund 150 Feuerwehrleute mit 39 Einsatzfahrzeugen im Dauereinsatz. Zeitweise wurden sie auch von einem Löschflugzeug unterstützt. Trotz der intensiven Löscharbeiten konnte auch am Mittwoch noch kein "Brand aus" gegeben werden.
Nach Angaben der Einsatzkräfte dauerten die Löscharbeiten die gesamte Nacht an. Seit Mittwochmorgen unterstützt erneut ein Löschflugzeug die Feuerwehr. Nach Angaben des Portals "Dalmacija Danas" wurden bereits rund 110 Hektar Wald zerstört. Die Einsatzkräfte sichern weiterhin die Brandstellen und bewässern die Ränder, um ein Wiederaufflammen zu verhindern.
Auch in anderen Landesteilen sorgte das Wetter für Probleme. Für nahezu ganz Kroatien galten am Mittwoch Wetterwarnungen. Besonders betroffen waren die Regionen rund um Rijeka, Split und Dubrovnik. In den Abendstunden mussten Feuerwehren unter anderem auf der Insel Cres und in Pula umgestürzte Bäume beseitigen.
"Nach der lang anhaltenden Hitzewelle ist die Atmosphäre stark aufgeladen. Das begünstigt die Entstehung starker Stürme über der Adria. Genaue Vorhersagen, wann und wo die Unwetter auftreten werden, seien nicht möglich. Sie werden lokal auftreten, während andere Küstenabschnitte verschont bleiben werden", erklären die Meteorologen des kroatischen Wetterdienstes DHMZ gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Auch im Nachbarland Slowenien wurde vor einer Kaltfront gewarnt. Der Wetterdienst Arso rechnet mit Gewittern, Starkregen, Sturmböen und örtlich auch mit Hagel. "Die Atmosphäre beruhigt sich in der Nacht allmählich die Gewitter gehen in gleichmäßigen Regen über", teilte der Wetterdienst mit.
Nach der Rekordhitze hoffen viele Urlauber nun auf eine Wetterberuhigung. Die Einsatzkräfte in Kroatien bleiben wegen der angespannten Lage jedoch weiter in Alarmbereitschaft.