Seit Wochen bestimmt diese Partie sämtliche Sportschlagzeilen in Österreich und Schottland. Heute ist es endlich soweit. Um 21:05 Uhr beginnt die grün-weiße Fußball-Schlacht in Glasgow. Drei weitere ÖFB-Klubs wollen den österreichischen Höhenflug im Europacup fortsetzen.
Über kaum ein anderes Match mit österreichischer Beteiligung wurde in den letzten Jahren im Vorfeld so intensiv berichtet, wie den heutigen Europa-League-Kracher Celtic Glasgow gegen Rapid Wien (Anpfiff: 21:05 Uhr). Die Historie dieser Partie (die Ereignisse vor knapp 25 Jahren), Hasstiraden von einem Ex-Celtic gegen die Hütteldorfer sowie der Dressenskandal (Heute berichtete) heizten die Stimmung im Vorfeld zusätzlich an. Celtic leidet bis heute unter einem Trauma und will sich gebührend revanchieren. Der Respekt vor Rapid ist dennoch riesengroß. Celtic-Coach Tony Mowbray warnt vor den pfeilschnellen und torgefährlichen Kontern, die Hamburg an den Rand der Verzweiflung brachten.
Das Duell der beiden Grün-Weißen Teams wird im mit 60.000 Fans zum Bersten gefüllten Celtic Park für Rapid ein Tanz auf dem Vulkan. Die Fans wollen Rache für 1984 nehmen, die Partie ist durchaus ein Risikospiel. "Wir sind diese Stimmung aus dem Hanappi-Stadion gewohnt. Es wird sicher eine tolle Atmosphäre und wir freuen uns auf dieses Spiel", meinte Kapitän Hofmann auf der Vereinshomepage. Fast 3.000 Rapid-Fans begleiten ihr Team. Ob sie die Celtic-Fans ähnlich an die Wand singen wie die Zuschauer bei ihrem Auftritt in Birmingham darf angesichts der anheizten Stimmung bezweifelt werden. Rapid-Trainer Peter Pacult kann personell jedenfalls aus dem Vollen schöpfen. Voraussichtlich wird er auf das bewährte System mit der Solospitze Jelavic zurückgreifen.
Sturm im Hexenkessel zu Istanbul
Hexenkessel-Atmosphäre erwartet heute nicht nur die Hütteldorfer. Am anderen Ende Europas will Sturm Graz seine ersten Punkte holen. Im Ali Sami Yen Stadion (Anpfiff: 21:05 Uhr) mit seinen fanatischen Fans ist Galatasaray Istanbul eine Macht. Die Star-Elf von Ex-Barca-Coach Frank Rijkaard ist natürlich der klare Favorit. Die Defensive der Türken ist allerdings die Schwachstelle. Hier wollen der flinken Beichler und Jantscher für Gefahr sorgen.
Austria will Blamage vergessen machen
Den blamablen Auftritt in Bilbao (0:3) will die Wiener Austria heute (Anpfiff: 19 Uhr) aus den Gedächtnissen streichen. Dafür soll unter anderem der wiedergenesene Spielgestalter Milenko Acimovic sorgen. Im ausverkauften Horr-Stadion setzen die Veilchen vor allem auf ihre beeindruckende Europacup-Bilanz. Nur zwei von 18 Begegnungen wurden dort bisher verloren. Gegner Funchal kommt hingegen mit breiter Brust nach Wien. Gegen Werder Bremen zeigten die Kicker von der Ferieninsel Madeira, dass man die "Großen" durchaus ärgern kann, wenngleich man am Ende etwas unglücklich mit 2:3 unterlag. Ein Sieg der Wiener muss allerdings her, will man nicht schon jetzt alle Chancen auf den Aufstieg in die K.O.-Phase begraben.
Salzburg hofft auf Fanunterstützung
Obwohl man erstmals in der kurzen Klubgeschichte die Gruppenphase in einem europäischen Bewerb erreicht hat, wird das Stadion in Wals-Siezenheim heute (Anpfiff: 19 Uhr) etliche leere Plätze aufweisen. Auch das grandiose 2:1 gegen Lazio kurbelte den Kartenverkauf nicht richtig an. Dabei ist Salzburgs heutiger Gegner Villareal ein Spitzenteam, bestückt mit mehreren spanischen Europameistern. Bullen-Coach Huub Stevens sieht sein Team in der Außenseiterrolle. Der Niederländer warnt vor allem vor den Flügelangriffen und den gefährlichen Standards. Mit einem Sieg könnte Salzburg die Tabellenführung weiter ausbauen und wäre dem Aufstieg in die K.O.-Phase einen großen Schritt näher.