Es begann mit Alkohol und endete tödlich: Zwei obdachlose Männer stehen seit Mittwoch wegen Mordes am Wiener Landesgericht. Die beiden Polen im Alter von 43 und 44 Jahren sollen im Sommer 2025 einen Bekannten auf der Donauinsel brutal getötet haben.
Die Anklage zeichnet ein schockierendes Bild der Nacht unterhalb der Nordbrücke: Gemeinsam wurde getrunken und gefeiert – bis plötzlich alles eskalierte.
Auslöser soll Eifersucht gewesen sein. Während der 44-Jährige neuen Alkohol besorgte, sollen sich seine Freundin und das spätere Opfer unter einer Decke aneinander geschmiegt haben. Als der Mann zurückkam, rastete er laut Staatsanwältin völlig aus."Er ist enorm eifersüchtig und wütend geworden." Der zweite Angeklagte soll mitgemacht haben. Das Opfer habe sich kaum wehren können. Vor Gericht schilderte der 43-Jährige selbst: "Dann ist die Hölle ausgebrochen."
Laut Anklage prügelten die Männer den 37-Jährigen so brutal, bis er bewusstlos war. Danach sollen sie ihn über einen Weg zur Neuen Donau geschleift haben. Dort soll das Opfer minutenlang unter Wasser gedrückt worden sein. "Sie haben ihr ohnmächtiges Opfer so lange unter Wasser getaucht, bis der Mann ertrunken ist", sagte die Staatsanwältin.
Besonders erschütternd: Danach sollen sich die Angeklagten einfach schlafen gelegt haben.
Die Leiche wurde erst Tage später entdeckt. Ein Spaziergänger zog den bereits verwesten Körper aus dem Wasser, nachdem er ihn treiben gesehen hatte. Eine Schwimmerin alarmierte die Polizei.
Laut Gerichtsmedizin hatte das Opfer 17 schwere Verletzungen im Kopfbereich. An diesen wäre der Mann aber nicht gestorben – laut Gutachten war die Todesursache eindeutig Ertrinken.
Der 44-Jährige schwieg vor Gericht komplett. Sein Verteidiger verwies auf die massive Alkoholisierung aller Beteiligten.
Der zweite Angeklagte gab Schläge zu, bestritt aber Mord. Er behauptete, sein Mitangeklagter habe den Bewusstlosen nur "waschen" wollen. Dann habe dieser den Mann "so lange unter Wasser gehalten, bis er aufgehört hat, sich zu bewegen". Eine wichtige Zeugin erschien nicht zum Prozess. Deshalb wurde die Verhandlung vertagt. Weiter geht es am 22. Juli.