Opfer völlig entstellt

Wilder Streit auf Donauinsel endet mit abgebissenem Ohr

Ein wüster Streit auf der Wiener Donauinsel endete im vergangenen Sommer mit schlimmsten Ohr-Verletzungen – nun fand die Anhörung vor Gericht statt.
Christian Tomsits
05.05.2026, 16:27
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Sichtlich säuerlich, das verstümmelte Ohr mit Pflastern abgeklebt wartete ein Syrer (27) mit seinem Cousin am Dienstag vor dem Saal am Wiener Landesgericht auf seine Anhörung. Ihm wurde im vergangenen Sommer auf der Wiener Donauinsel fast die gesamte Ohrmuschel abgebissen.

Drinnen auf der Anklagebank musste sich ein Landsmann (28) wegen schwerer Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen verantworten. Es war bereits der zweite Prozess zur unerhörten Causa, die sich in der Nacht auf den 15. August abgespielt hat. Beim ersten Prozess hatte der Bruder des Angeklagten fälschlicherweise die Schuld auf sich genommen.

Der wilde Streit entbrannte, weil die Brüder geborgtes Geld von den Cousins zurückforderten, die Angegriffenen zückten ein Messer. Laut Anklage zuckte daraufhin der angeklagte Syrer (28), der von der Klinge am Arm und Rücken verletzt wurde, so aus, dass er Mike Tyson alle Ehre machte – und dem Angreifer das rechte Ohr regelrecht abbiss.

"Habe nichts gemacht"

Dennoch wehrte er sich verbissen gegen die Vorwürfe, bei denen ihm bis zu 10 Jahre Haft drohten. "Ich hab niemanden gebissen, habe nichts gemacht", beteuerte er in bestem Arabisch. Das vermeintliche Beiß-Geständnis beim Amtsarzt und vor Beamten vor Ort sei aufgrund der schlechten Deutschkenntnisse als Missverständnis zu werten.

Sein Anwalt Franz Pechmann – der den Freispruch für den Bruder im November erreicht hatte – brachte auch eine mögliche Notwehr-Situation ins Spiel – vergeblich. Das Urteil fiel rasch: zweieinhalb Jahre unbedingte Haft für den Beißer. Das abgebissene Ohr war dem Richter immerhin 1.000 Euro Schmerzengeld wert, er verwies für den Rest auf den zivilrechtlichen Weg. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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