Ein 14-jähriger Schüler hat in Wien für Angst und Schrecken gesorgt. Jetzt stand er wegen mehrerer Raubüberfälle vor dem Richter. Am Landesgericht wurde er zu 16 Monaten Haft verurteilt, davon ein Monat unbedingt. Der Rest der Strafe gilt unter dreijähriger Probezeit, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der Jugendliche zeigte sich vor Gericht umfassend geständig. Nur wenige Tage nach seinem 14. Geburtstag zog er gemeinsam mit jüngeren Freunden durch die Donaustadt, um gezielt Opfer auszurauben. "Die hatten die Idee, irgendwelche Leute abzuziehen. Also auszurauben", schilderte der Angeklagte.
Bei den Taten ging er brutal vor: Mit einem Springmesser bedrohte er mehrere Opfer. Einem körperlich unterlegenen Buben wurde der Rucksack durchsucht, ein weiteres Opfer an einer Bushaltestelle zur Herausgabe von Geld gezwungen. Die Beute: unter anderem 50 Euro. Was er damit machte, sagte er offen: "Im Donauzentrum Kaiserschmarren gekauft."
„Ich habe mich zwei bis drei Tage nicht mehr rausgetraut und konnte nicht schlafen“Opfer (15)als Zeuge vor Gericht
Für die Opfer hatte das schwere Folgen. Ein 15-Jähriger berichtete im Gerichtssaal: "Ich habe mich zwei bis drei Tage nicht mehr rausgetraut und konnte nicht schlafen. Ich stand unter Schock und hatte Angst". Ihm wurden 350 Euro zugesprochen.
Die Verteidigung sprach von einem Umdenken beim Jugendlichen. In der Haft in der Justizanstalt (KA) Münnichplatz sei er "vernünftig geworden" und habe erkannt, "dass es so nicht geht". Neben der Strafe ordnete das Gericht auch Psychotherapie und Bewährungshilfe an.
Da die Untersuchungshaft angerechnet wurde, kam der 14-Jährige nach dem Prozess wieder frei. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, da die Staatsanwältin vorerst keine Erklärung abgab.