Sport

Hoeneß kleinlaut! Warum ein DFB-Boykott nicht geht

Uli Hoeneß sorgt für Kopfschütteln im deutschen Fußball.
Heute Redaktion
13.09.2021, 15:50

Der scheidende Bayern-Boss legte sich im Torhüter-Streit rund um Manuel Neuer mit dem DFB an, drohte mit einem Boykott der Bayern-Spieler. Den darf es eigentlich gar nicht geben. Deshalb ruderte der mächtige Bayern-Boss nun selbst zurück. Doch alles der Reihe nach: Nach dem deutschen Länderspiel-Doppel gegen die Niederlande und Estland hatte Barcelona-Schlussmann Marc-Andre ter Stegen erklärt, "enttäuscht" über seine Reservisten-Rolle zu sein, hatte damit den Stammplatz von Kapitän Manuel Neuer infrage gestellt.

Das ließ Hoeneß sich und seinen Bayern nicht gefallen, polterte wild drauf los, schoss gegen Ter Stegen zurück. Der bisherige Höhepunkt: Hoeneß drohte gegenüber der SportBildeinen DFB-Boykott der Bayern-Spieler an, sollte Neuer sein Einser-Leiberl an Ter Stegen verlieren.

"Bevor das stattfindet, werden wir keine Nationalspieler mehr abstellen", polterte der im November scheidende Bayern-Boss. Damit deutet der 67-Jährige etwas an, das gänzlich unmöglich ist.

Denn in den FIFA-Statuten ist die Abstellungspflicht der Vereine für Nationalmannschaften ausdrücklich verankert. Diese gilt zwingend für alle internationalen Länderspielfenster im internationalen Kalender sowie für alle Turnier-Endrunden.

Dazu heißt es im FIFA-Regulativ, 1. Absatz: "Die Vereine sind verpflichtet, bei einem Aufgebot des entsprechenden Verbands ihre registrierten Spieler für die Verbandsmannschaft des Landes abzustellen, für das die Spieler aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit spielberechtigt sind." Und weiter: "Anderslautende Vereinbarungen zwischen einem Spieler und einem Verein sind unzulässig." Außerdem haben sich alle deutschen Klubs im Grundlagenvertrag zwischen DFB und der Deutschen Fußball Liga auf eine Abstellungspflicht verständigt.

Sollten die Bayern-Spieler also eine DFB-Reise boykottieren, drohen saftige Strafen bis hin zu Sperren der Spieler. Und dem Klub droht der Ausschluss aus den Bewerben sowie die Aberkennung von Titeln.

Das dürfte nun auch Hoeneß aufgefallen sein. Der zeigte sich am Mittwochnachmittag plötzlich kleinlaut, hatte allerdings nicht die Größe, selbst an die Öffentlichkeit zu gehen.

Gegenüber dem Spiegel teilte sein Büro mit, dass er diese Aussagen "mit etwas Abstand heute nicht mehr so machen würde." Das Thema sei längst erledigt, es werde keine weiteren Stellungnahmen geben.

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