Sport

Hoffer trainiert erstmals im Napoli-Dress

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:58

Erwin "Jimmy" Hoffer trainiert im Moment näher an seinem Heimatort Baden als zu Rapid-Zeiten, für seine Fans ist er dennoch schon weit weg. Seit der überraschenden Information, dass Hoffer ab sofort zum SSC Napoli wechselt, sind nicht einmal 24 Stunden vergangen. Und doch ist in dieser Zeit viel passiert in Jimmys Leben.

Mittwoch, 9 Uhr früh: Erwin Hoffer schreitet noch ein letztes Mal durch die Rapid-Kabine im Hanappi-Stadioin, packt seine Sachen zusammen. Tormann Helge Payer stimmt den Song "Time to say goodbye" an, dann klatscht der 22-jährige Hoffer ein letztes Mal mit seinen Kollegen von Rapid - seinem "Herzensverein", wie er stets betont - ab.

Wayne Rooney, Filippo Inzaghi, Kirk Douglas

Hoffer steigt in seinen weißen Audi und fährt nach Lindabrunn, nicht einmal zehn Kilometer von Baden entfernt. Dort warten keine vier Stunden nach seinem Abschied aus Hütteldorf bereits Napoli-Trainer Roberto Donadoni und Sportchef Pierpaolo Marino auf den "Wayne Rooney aus Baden". Nicht nur mit dem englischen Superstürmer vergleichen ihn die Italiener, auch einem Star aus dem Heimatland soll Hoffer ähnlich sein.

"Er hat etwas von Pippo Inzaghi", schwärmt Marino und vergleicht Hoffer damit immerhin mit dem zweimaligen Meister und Champions-League-Sieger und Weltmeister 2006, der sein Geld seit 2001 beim AC Milan verdient. Gegen den wird Hoffer schon bald antreten. Marino macht sich keine Sorgen, dass sich sein neuester Schützling in der Serie A nicht durchsetzen könne: "Seine Schnelligkeit und seine Explosivität sind bemerkenswert."

Er und Präsident Aurelio De Laurentis mussten Ex-Nationalteamcoach Donadoni nicht lange von Hoffers Qualitäten überzeugen. "Wir haben ihn Coach Roberto Donadoni in einer Videoaufnahme gezeigt. Er war beeindruckt", berichtete De Laurentiis heute und findet einen weiteren Vergleich, der allerdings mit dem Sport wenig zu tun hat. "Er hat ein fotogenes Profil, wie Kirk Douglas", befand Filmproduzent De Laurentis und schuf damit bereits die dritte Ähnlichkeit Hoffers in nur einem Tag.

Auch die Medien fanden bisher nur lobende Worte. "SSC Neapel hat Hoffer einer starken Konkurrenz entrissen: Feyenoord, Werder Bremen und Schalke 04 buhlten um den Österreicher. Auch aus der Premier League waren wichtige Angebote eingetroffen. Doch Neapel hat den richtigen Moment erwischt und bar gezahlt", schrieb etwa der "Corriere della Sera".

Jimmy bleibt er selbst

Und was machte Jimmy, während ihn seine neuen Chefs über den grünen Fußballrasen lobten? Der war er selbst, wie immer. Darum haben ihn die Rapid-Fans geliebt und darum wird er auch schnell in die Herzen der Neapolitaner Eingang finden.

Auch wenn es noch einige Zeit dauern kann, bis er sie versteht, wenn sie ihm zujubeln. Denn Hoffer, der von seiner Freundin nach Neapel begleitet wird, muss erst Italienisch lernen. Dafür war in den vergangenen 24 Stunden nämlich noch keine Zeit.

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