Maria Höfl-Riesch erklärte nach ihrem Rücktritt, dass schlussendlich ihr Bauchgefühl dafür verantwortlich war, dass sie den Skianzug an den Nagel hängte. Jetzt sucht die Deutsche nach einer neuen Herausforderung.
, dass schlussendlich ihr Bauchgefühl dafür verantwortlich war, dass sie den Skianzug an den Nagel hängte. Jetzt sucht die Deutsche nach einer neuen Herausforderung.
Die 29-Jährige schilderte im "ZDF", wie sie sich zu ihrem Rücktritt durchrang. "Es war eine schwierige Entscheidung, die sich über einen längeren Zeitraum entwickelt hat. Nach dem Olympiasieg, der noch einmal das ganz große Ziel war, hatte ich schon so ein Bauchgefühl", erzählte Höfl-Riesch. "Ich habe viel nachgedacht, gerade wenn es so gut läuft, es so viel Spaß macht und die Trainer einen bitten, noch ein Jahr anzuhängen. Schlussendlich hat aber das Bauchgefühl entschieden. Ich denke, es ist der richtige Moment, um 'Auf Wiedersehen' zu sagen."
Unrühmlicher Abschied
Die Garmisch-Partenkirchnerin ließ sich vom engsten Familienkreis und dem Trainerteam beraten, "aber am Ende musst du selbst entscheiden, das nimmt dir niemand ab". Besonders schlimm für sie war, dass ihr letztes Rennen unrühmlich zu Ende ging. "Als ich am Abend nach dem Sturz im Bett lag und den Tag vor meinem inneren Auge Revue passieren ließ, kam dann der Gedanke, dass es das jetzt für immer war. Und da gab es dann einige Tränen", erinnerte sie sich.
An die Skipension hat sich die 27-fache Weltcup-Siegerin noch nicht gewöhnt und glaubt, dass sie den Saisonstart im Herbst "wehmütig" verfolgen wird. "Ich werde es vermissen, wenn dann die Rennen im kommenden Jahr starten. Vielleicht werde ich aber vor Ort sein, oder sie im Fernsehen verfolgen." Das Karriereende hat aber auch Positives für die dreifache Olympiasiegerin. "Natürlich freue ich mich jetzt darauf, dass ich in meiner Planung nun flexibler werde. Daran muss ich mich aber auch erst gewöhnen, denn es ist von einem Extrem ins andere. Vorher hatte ich fast kein Zeit für andere Dinge und jetzt habe ich die totalen Freiheiten", so Höfl-Riesch
Suche nach neuer Herausforderung
Jetzt geht es für die 29-Jährige auf Urlaub. "Ich werde jetzt schon mal die Füße hochlegen, aber das wird nicht allzu lange dauern. Im Mai muss ich noch ein paar Dinge erledigen, aber für danach suche ich schon nach einer neuen Herausforderung."
Ihre beim Sturz erlittenen Verletzungen schränken sie aber derzeit noch ein. "Der Sturz an sich war nicht schlimm. Ich bin nur mit dem Arm im Netz hängengeblieben. Deshalb habe ich an der Schulter und am Ellbogen etwas abbekommen, sowie an den Adduktoren. Es ist jetzt Gott sei Dank nichts, wo eine Operation nötig wäre, aber es ist nach wie vor sehr schmerzhaft. Vor allem der Ellbogen tut noch sehr weh, ich muss ständig aufpassen, dass ich nicht irgendwo anstoße", schilderte Höfl-Riesch.
Tim Bendzko schrieb Song für Höfl-Riesch
Außerdem verriet sie ihr Geheimrezept, was sie in Sotschi zusätzlich motivierte. Der Musiker Tim Bendzko ("Nur noch kurz die Welt retten") hatte für den Skistar heimlich ein Lied geschrieben, welches er bislang auch noch nicht veröffentlichte. "Es geht ums Gewinnen, so lautet auch der Titel des Songs. Er war eine große Motivation für mich und das Lied hat einen tollen Text. Ich hoffe schon, dass Tim ihn veröffentlichen wird. Eine Passage lautet: 'Du hast nichts zu verlieren, du kannst nur gewinnen'. So habe ich es auch vor Olympia gesehen."
Dass die Wehmut vielleicht zu groß wird und sie vielleicht wieder in den Skizirkus zurückkehren wird, kann sich Höfl-Riesch aber nicht vorstellen: "Einen Rücktritt vom Rücktritt gibt's nicht!"