Hofmann: "Ich trauere der Karriere nicht hinterher"

Vor einem Jahr beendete Steffen Hofmann seine imposante Karriere als aktiver Fußballer. Ein Gespräch über die Pension, Gewicht und Skifahren.
Steffen Hofmann bestritt 540 Pflichtspiele für Rapid. Vor einem Jahr hängte er die Schuhe an den Nagel. Seitdem werkt der 37-Jährige als grün-weißer Talente-Manager. "Heute" fragte beim grün-weißen "Fußballgott" nach.

Herr Hofmann, erinnern Sie sich an den 20. Mai 2018?

Steffen Hofmann: "Der Tag war unglaublich emotional und sehr speziell. Das Drehbuch hätte nicht schöner sein können. Wir haben daheim vor 26.000 Fans gegen Altach mit 4:1 gewonnen – als Krönung ist mir sogar ein Tor gelungen. Es war mein letztes Spiel."

Haben Sie den "Pensionsschock" mittlerweile verdaut?

„Ich muss gestehen, den gab es gar nicht. Ich habe gleich meine Aufgabe als Talente-Manager übernommen. Da war viel zu tun."

Ganz ehrlich: Juckt es manchmal noch in den Beinen?

"Klar, das ist nach einer so langen Zeit ganz normal. Ich trauere der aktiven Karriere aber nicht hinterher, das ist ganz wichtig."

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Was vermissen Sie am wenigsten als "Fußball-Pensionist"?

"Da gibt es nicht wirklich was. Es gibt einfach keinen schöneren Beruf, als Fußballer zu sein. Klar sind manche Sachen nicht so lustig. Damit meine ich gar nicht die Trainings oder die Reisen, sondern eher die mentale Komponente. Man steht immer unter Strom, hat Druck. Bei Rapid sowieso noch mehr als bei anderen Klubs. Das kann schon mal sehr viel werden. Aber wie gesagt, in Summe kann ich mir keinen besseren Beruf vorstellen."

Wie geht es dem Körper, haben Sie Ihr Kampfgewicht noch?

"Ich habe ein bisschen zugenommen, aber dann wieder Gewicht verloren. Es hält sich alles in Grenzen. Es hängt immer davon ab, wie viel ich zu tun habe und ob ich zum Laufen oder Kicken komme. Ich schau schon auf mich, lass mich nicht gehen."

Wie hat sich das Karriere-Aus auf das Privatleben ausgewirkt?

"Ich war mit der Familie im Winter eine Woche Skifahren. Zum ersten Mal überhaupt. Das ist schon eine neue Lebensqualität. Überhaupt können wir jetzt öfter gemeinsam verreisen, das schätze ich sehr."

Wie sehr sind Sie als Talente-Manager ausgelastet?

"Der zeitliche Aufwand ist sogar mehr als früher. Ich sehe viele Trainings und Spiele der zweiten Mannschaft und der Akademie-Teams. Ich will einen Überblick über den gesamten Verein haben. Auch bei den Jungs, mit denen ich noch gespielt habe, schaue ich ab und zu vorbei."

Wie läuft künftig die Zusammenarbeit mit Sportdirektor Zoran Barisic, den Sie einst als Trainer hatten?

"Wir haben uns am Montag nur kurz gesehen, aber er hat derzeit so viel zu tun. Wir müssen uns im Laufe der Woche erst zusammensetzen, dann kann ich mehr sagen."

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