15 Rennen, acht Siege - das US-Skiteam ist das Maß der Dinge. Siegquote: 53 Prozent! Zum Vergleich: Österreich gewann bisher nur zwei Mal (13 %). Die US-Medien nehmen dies zum Anlass, Österreich mit Hohn und Spott zu überhäufen.
Galaktisch: Lindsey Vonn! Sie siegte heuer fünf Mal - bei sechs Starts. Von ihren letzten 19 Rennen gewann sie 14. Das Wall Street Journal streifte ihr deshalb ein Dirndl über, setzte ihr einen Hut auf - und fragte: "Ist Amerika das neue Österreich?" Gleichzeitig kommt das gesamte ÖSV-Team gar nicht gut weg: Die Gefährlichkeit unserer Skistars wird auf das Niveau von "zwei Tellern Spätzle" herabgestuft.
Im ÖSV schrillen die Alarmglocken. Damen-Chefcoach Herbert Mandl: "Auffällig ist, dass die US-Läufer diese Saison konstant gut sind und nicht nur bei Olympia oder WM zuschlagen." ÖSV-Herren-Chef Mathias Berthold schmeckten die US-Schlagzeilen gar nicht: "Hochmut kommt vor dem Fall, mehr muss man dazu nicht sagen." Bei Vonn und Ligety hakt auch Berthold ein. „Beide waren schon im Vorjahr Seriensieger, Miller zeigt das eine oder andere Mal auf. Sonst sehe ich da nichts Dramatisches“, wollte der Vorarlberger den Sensationsstart der Amerikaner nicht überbewerten.
Vonn selbst hat Lunte gerochen: "Ich will alles gewinnen", sagt sie. Sogar der Uralt-Rekord von Annemarie Moser-Pröll (62 Weltcup- Siege) scheint greifbar: "Ich fahre, bis ich keinen Spaß mehr habe oder zusammenbreche."